Region leuchtet gegen Atommüll

Salzgitter  Mehr als 20.000 Menschen werden erwartet, wenn am ersten Fukushima-Jahrestag eine 80 Kilometer lange Lichterkette gegen Atommüll gebildet werden soll.

Planen die Lichterkette (v. l.): Ursula Schönberger, Antonia Uthe, Ludwig Wasmus, Thomas Erbe, Henning Garbers und Gerd Schmerbach.

Planen die Lichterkette (v. l.): Ursula Schönberger, Antonia Uthe, Ludwig Wasmus, Thomas Erbe, Henning Garbers und Gerd Schmerbach.

Foto: B. Comes

Es gibt schon jetzt 120 Infopunkte – Stellen, an denen sich die Teilnehmer sammeln und an denen Fackeln verkauft werden, berichtet Koordinator Thomas Erbe am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Salzgitter, einen Steinwurf vom Atommüll-Endlager Schacht Konrad entfernt. 2009 waren es nur 75.

Die 80 Kilometer lange Strecke soll am 11. März, am ersten Jahrestag der Fukushima-Katastrophe, die Atommüll-Brennpunkte der Region verbinden: die Firma Eckert & Ziegler in Braunschweig-Thune, das Katastrophen-Endlager Asse II bei Remlingen und Schacht Konrad.

„Eckert & Ziegler will sich erweitern“, sagt Gerd Schmerbach von der unlängst gegründeten Bürgerinitiative Strahlenschutz (Biss). „Braunschweig könnte damit zu einer Drehscheibe für Atommüll in Deutschland werden – das müssen wir verhindern.“

„Wir müssen klar machen, dass wir den Atommüll aus der Asse wieder rausholen wollen“, sagt Henning Garbers von der Initiative Anti-Atom Braunschweig. „Bundesumweltminister Norbert Röttgen muss das zur Chefsache machen und darf sich nicht länger wegducken.“

„In Braunschweig und der Asse gibt es bereits Atomanlagen“, sagt Ludwig Wasmus von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad. „In Salzgitter können wir die Atomanlage noch verhindern.“

Wasmus verweist dabei auch auf Niedersachsens neuen Umweltminister Stefan Birkner, der auf einer FDP-Veranstaltung in Salzgitter am Wochenende vorgeschlagen hat, im Zuge einer neuen Endlagersuche auch die Inbetriebnahme von Schacht Konrad zu überdenken. „Das kann man am besten, wenn man nicht von Baulärm gestört wird“, sagt Wasmus und spielt damit auf das vom Rat der Stadt Salzgitter geforderte Umbau-Moratorium für Konrad an.

Mitmachen kann bei der Lichterkette jeder. Die Anmeldung für einen Infopunkt ist über die Internetseite www.lichterkette2012.de oder das Infotelefon 01 51/56 59 14 47 möglich.

Größere Löcher gibt es noch auf der seit 2009 neu hinzugekommenen Strecke von Braunschweig nach Salzgitter. Die Veranstalter suchen Gruppen, die auf der Bundesstraße 248 Infopunkte betreuen. Damit am 11. März um Punkt 19 Uhr wirklich die gesamte 80 Kilometer lange Strecke leuchtet.

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