Übrig bleibt nur der Rettungsturm

Halbzeit im Freibad, Ideen fürs Naturbad: Abrissparty, Sprungfelsen, Baumpaten

BROISTEDT.Dieser Sommer im Freibad Broistedt kommt den Besuchern heißer vor als in den Jahren zuvor. Seit einigen Tagen sind die Bäume verschwunden, die dem 8000 Quadratmeter großen Gelände wenigstens etwas Schatten gaben. Die Rodung ist die erste Vorbereitung, um das Areal im September als Bauland auszuweisen. Unumstößlich: Es ist die letzte Badesaison an der Jahnstraße – und die ist zur Hälfte um.

Für Matthias Gollbach, Vorsitzender des neu gegründeten Betreibervereins Natur-, Schwimm- und Freizeit-Oase Lengede, der richtige Zeitpunkt, eine erste Bilanz zu ziehen: "Dieses Probejahr im alten Freibad zeigt uns die Grenzen für das Naturschwimmbad auf." Denn, obwohl bis zum 31. August weitergeschwommen wird, laufen die Planungen für das Naturschwimmbad an der Wolfenbütteler Straße auf Hochtouren. Ein erster Plan hängt für neugierige Broistedter bereits an den Umkleidekabinen aus.

Auf 20 000 Quadratmetern zeigt der Grundriss ein kombiniertes Becken für Schwimmer und Nichtschwimmer, das 1200 Quadratmeter groß sein soll. Etwas abseits soll der Regenerationsteich liegen, der das Schwimmwasser auf ökologische Weise aufbereitet. Über einen Wasserfall, der im Sprungfelsen integriert ist, soll das gereinigte Wasser zurück in den Schwimmbereich laufen. "Chlor wird es nicht mehr geben", erklärt Gollbach.

Eben weil auf Chemie verzichtet werden könne, rechne er mit mehr Besuchern. Derzeit seien es durchschnittlich 200 Schwimmer täglich, 500 Badegäste in Spitzenzeiten, die im alten Bad ihre Bahnen ziehen. "Die Zahl wird steigen", sieht der Vereinsvorsitzende voraus. Dabei sei die Logistik und die Pflege des Grundstücks schon jetzt eine Vollzeit-Aufgabe. "Man braucht eine Menge Enthusiasmus."

Dass dieser im nächsten Jahr, wenn die Badeanstalt an der Jahnstraße dicht ist und das neue Naturschwimmbad noch gebaut wird, bei den Mitgliedern abreißen könnte, sieht Gollbach nicht: "Gerade dann gibt es viel zu werkeln." Vieles soll in Eigenleistung entstehen. Denn aus dem bisherigen Freibad wird wohl nur der Rettungsturm mit umziehen, allerdings zu einem Leuchtturm umgerüstet.

Von der Jahnstraße soll es einen Abschied geben – geplant ist eine Abrissparty am 31. August. Für das neue Bad werden noch Sponsoren gesucht. Und Baum-Spender: "Wer schon heute seinen Baum pflanzt, wird in fünf Jahren dessen Schatten genießen", regt Gollbach an. dp

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