Berlin. Sie sollen Informationen über Militärtechnologien an China weitergegeben haben: Zwei Männer befinden sich nun in Untersuchungshaft.

Nach der Festnahme dreier Deutscher wegen des Vorwurfs geheimdienstlicher Tätigkeit für China hat Peking die Spionage-Vorwürfe aus Deutschland zurückgewiesen. „Wir fordern die deutsche Seite auf, die Spionagevorwürfe nicht weiter auszunutzen, um das Bild Chinas politisch zu manipulieren und China zu diffamieren“, erklärte die chinesische Botschaft in Berlin am Dienstag.

Laut Bundesanwaltschaft sind die Tatverdächtigen Thomas R. sowie das Ehepaar Herwig und Ina F. in Düsseldorf und Bad Homburg festgenommen worden, teilte die Behörde in Karlsruhe mit. Zudem wurden ihre Wohnungen und Arbeitsplätze durchsucht. Die beiden Männer befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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R. sei Agent für einen Geheimdienstmitarbeiter in China und habe in chinesischem Auftrag Informationen zu militärisch nutzbaren Technologien beschafft. Hierzu soll er sich des Ehepaars F. bedient haben, welches in Düsseldorf eine Firma besitzt. Diese soll laut Bundesanwaltschaft als Medium zur Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit Vertretern der deutschen Wissenschaft und Forschung gedient haben. Die Eheleute hätten über die Firma ein Kooperationsabkommen mit einer deutschen Universität zum Wissenschaftstransfer geschlossen.

Beschuldigte sollen Speziallaser illegal nach China gebracht haben

In einer ersten Phase sei es um die Erstellung einer Studie für einen angeblichen chinesischen Vertragspartner zum Stand der Technik von Maschinenteilen gegangen, die auch für den Betrieb leistungsstarker Schiffsmotoren etwa in Kriegsschiffen wichtig seien. Hinter dem angeblichen chinesischen Vertragspartner habe der Geheimdienstmitarbeiter gestanden, der die Studie auch finanziert habe.

Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme befanden sich die Beschuldigten in weiteren Verhandlungen über Forschungsprojekte, die zum Ausbau insbesondere der maritimen Kampfkraft Chinas nützlich sein könnten. Zudem sollen die Beschuldigten in chinesischem Auftrag einen Speziallaser angeschafft und ohne Genehmigung nach China exportiert haben.

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