Wer will schon Ärger mit Bombe Nr. 20?

Braunschweig.  Eine Tagung in Braunschweig befasst sich mit der Entwicklung künstlicher Intelligenz.

Diese Roboterhunde von Sony sind mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. In der Nase sitzt eine Kamera, durch die Eltern ihre Kinder überwachen könnten.

Diese Roboterhunde von Sony sind mit künstlicher Intelligenz ausgestattet. In der Nase sitzt eine Kamera, durch die Eltern ihre Kinder überwachen könnten.

Foto: Kyodo / dpa

Kennen Sie Bombe Nummer 20? In John Carpenters großartigem Science-Fiction-Film „Dark Star“ von 1974 lässt sich ein Astronaut des Raumschiffs Dark Star auf eine Diskussion mit der intelligenten, aber fälschlicherweise aktivierten Bombe ein. Er will sie davon abbringen zu detonieren. Doch es gelingt ihm nicht, weil sie seiner Argumentation nicht folgt; Bombe Nummer 20 zerfetzt schließlich das Raumschiff. „Dark Star“ zeigt mit tiefschwarzem Humor, wohin künstliche Intelligenz führen könnte.

Heute gehört künstliche Intelligenz längst zu unserem Alltag: In Autos als Fahrerassistenzsystem, in der Landwirtschaft beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, in der medizinischen Diagnose und Betreuung. Nach und nach ist diese Technik in unseren Alltag eingezogen, und die Entwicklung wird noch viele Sprünge machen. Die Industrie etwa will Maschinen, die selbst erkennen, wann sie gewartet oder repariert werden müssen und die entsprechenden Arbeiten selbst veranlassen. Und sie will Maschinen, die selbst lernen, um sich stets zu optimieren. So sollen Ausfallzeiten vermieden, die Produktivität erhöht werden.

Aber wo sind die Grenzen für künstliche Intelligenz? Braucht es überhaupt Grenzen? Wie müssen die ethischen, juristischen und politischen Rahmenbedingungen aussehen, um das Miteinander von Mensch und Maschine oder sogar Schöpfung und Maschine zu gestalten? Wie ist der Entwicklungsstand der Technik? Mit diesen und anderen Fragen befasst sich eine zweitägige Tagung an der TU Braunschweig. Ausrichter sind die TU und die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft, Partner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie das Thünen-Institut.

Wenn diese Fragen schon bei uns nicht final beantwortet sind, dann gilt das auf internationaler Ebene noch viel mehr. Vor diesem Hintergrund sei es wesentlich, einen eigenen Standpunkt zu formulieren, unterstrich TU-Professor Reinhold Haux die Bedeutung der Veranstaltung. „Was wir tun, kann Gewicht haben.“ Professor Karsten Lemmer vom DLR sprach von einem gesellschaftlichen Mehrwert, den die Diskussion um Grenzbereiche und ethische Fragen der künstlichen Intelligenz bringe.

Zwei öffentliche und kostenlose Vorträge zur künstlichen Intelligenz sind am Donnerstag ab 18 Uhr in der Dornse des Altstadtrathauses, Altstadtmarkt 7 in Braunschweig, zu hören.

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