Mit dem Spargel-Express von Wendeburg nach Braunschweig

Wendeburg  Die Wendeburger Bürgerinitiative“ pro Zug-kunft“ leistet beim Lenkungsausschuss Überzeugungsarbeit.

So könnte der Spargel-Express aussehen. Skizze: pro Zug-kunft

So könnte der Spargel-Express aussehen. Skizze: pro Zug-kunft

Im Frühjahr 2015 rechnet Bürgermeister Gerd Albrecht mit dem Spatenstich für den Bau des VW-Logistikzentrums (LOZ) bei Harvesse. Parallel zum Bau soll die alte Bahntrasse von Harvesse nach Braunschweig wieder hergerichtet werden, für den Güterverkehr vom LOZ ins Braunschweiger VW-Werk. „2015 / 2016 ist die Bahnstrecke fertig“, schätzt der Bürgermeister – dann könnte auf der Strecke auch der Personennahverkehr rollen.

„Der Ausbau und die Reaktivierung böte unseren Kollegen aus der Region die Chance, auto- und staufrei zur Arbeit zu kommen.“
Uwe Fritsch, Betriebsratsvorsitzender des VW-Werks Braunschweig

Und dass dieser Personennahverkehr – Arbeitstitel „Spargel-Express“ – kommen soll, das ist erklärter Wille der Wendeburger Verwaltung, des Rates, der Bürgerinitiative „pro Zug-kunft“ sowieso“. Alles setzen sie zurzeit daran, den Lenkungsausschuss des Landes davon zu überzeugen, dass die Strecke von Harvesse nach Braunschweig für den Personennahverkehr reaktiviert wird. Am kommenden Dienstag, 22. Oktober, tagt dieser Ausschuss. Den Mitgliedern liegt schon in dieser Woche ein Exposé der Bürgerinitiative vor. Am gestrigen Donnerstag wurde es im Wendeburger Rathaus vorgestellt.

Dass es klappt – die Bürgerinitiative ist zuversichtlich. „Alles hat Hand und Fuß und ist offensichtlich realisierbar. Es sind keine Illusionen“, sagt Dr. Josef Efken, Sprecher der Bürgerinitiative. Nicht nur den Kostenaspekt – VW trägt die Kosten für die Sanierung der Strecke – , auch den „Quantensprung“ seit dem Bürgerentscheid 2003 wirft Efken in die Waagschale: „Die Zahl der Einwohner hat seither zugenommen, die Rahmenbedingungen haben sich verbessert.“ Vor zehn Jahren schon habe die Teilstrecke zu den attraktivsten gehört – „heute umso mehr“.

„Zum Fahrgastpotenzial würden auch die umfangreichen Pendlerströme auf der B214 aus dem gesamten Umland gehören“, gibt der Wendeburger Bürgermeister zu bedenken. Durch den Umstieg auf die Bahn könnte der Bus- und Individualverkehr erheblich reduziert werden, vor allem in Braunschweig.

Mit dem Exposé legt die Bürgerinitiative dem Lenkungsausschuss auch Statements vor.

Das sagt Gerald Heere, Landtagsabgeordneter (Grüne):

„Eine Schienenanbindung der Gemeinde Wendeburg würde den vielen Pendlern endlich eine umweltfreundliche Möglichkeit geben, in die Braunschweiger Innenstadt zu kommen.“

Das sagt Uwe Fritsch, Betriebsratsvorsitzender des VW-Werks Braunschweig:

„Volkswagen verbessert seine Logistik und leistet durch die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene einen ökologischen Beitrag. Diese Verlagerung führt auch zur Entlastung der Straßen. (...) Der Ausbau und die Reaktivierung böten nicht nur unseren Kollegen aus der Region die Chance, auto- und staufrei zur Arbeit zu kommen, sondern auch unsere Eintracht in der Bundesliga autofrei zu unterstützen. Ein aus meiner Sicht notwendiger Schritt zur Stärkung der gesamten Region.“

Das sagt Peines Landrat Franz Einhaus (SPD):

Das Angebot eines modernen ökologischen Regionalverkehrs muss wesentlicher Bestandteil einer zukunftsweisenden Regionalpolitik sein. Die alte bestehende Bahnstrecke zwischen Harvesse/Wendeburg und Braunschweig könnte infrastrukturell hierfür einen interessanten Baustein liefern, da nicht nur das geplante Logistikzentrum, sondern auch der weitere nordöstliche Einzugsbereich der Pendlerströme zum Oberzentrum Braunschweig ein Fahrgastpotenzial darstellt.“

Das sagt Michael Kramer, Peiner Kreistagsabgeordneter (CDU) und verkehrspolitischer Sprecher im ZGB:

DIE BÜRGERINITIATIVE UND DER BÜRGERENTSCHEID

Die Bürgerinitiative „pro Zug-kunft“ hat sich im Jahr 2002 gründete, als ein von Bahngegnern herbeigeführter Bürgerentscheid den Anschluss der Gemeinde an das Regio-Stadtbahn-Netz gefährdete. Acht Bürger gründeten die Bürgerinitiative, um die Bevölkerung über die Vorteile des Stadtbahnanschlusses zu informieren. Aus dieser Bürgerinitiative wurde innerhalb weniger Wochen eine „Bürgerlawine“, der sich mehr als 180 Personen angeschlossen hatten.

Der Bürgerentscheid im Jahr 2003 – basisnahes Instrument der Demokratie – verlief schließlich positiv für die Regiostadtbahn. 69 Prozent der Wahlberechtigten aus der Gemeinde Wendeburg entschieden sich eindeutig für den Anschluss der Gemeinde Wendeburg an das Netz der RSB.

Ansprechpartner der BI sind:

Dr. Josef Efken, (05303) 3308

Dr. Ursula & Raffael Pultke, (05303) 2944, Antje & Kai Tittelmeier, (05303) 930206, Rosemarie Waldeck, 05303-1700. E-Mail:

info@pro-zug-kunft.de

„Ich bewundere die Initiative, weiterhin nicht locker zu lassen, um bei den Planungen für eine Güterverkehrstrecke in das neue VW-Logistikzentrum ebenfalls eine Nutzung für den Personenverkehr zu erreichen. Damit drücken Sie auch Ihre Verbundenheit Wendeburgs zur Stadt als Oberzentrum sowie die Zugehörigkeit zum Großraumverband Braunschweig aus.

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