In Lengede gibt es Unterstützung am Anfang der Demenz

Lengede.  Die Lengeder Generationenhilfe hat ein neues Projekt begonnen und dafür 15 Helfer ausgebildet.

Ernst de Payrebrune bei der Einkaufshilfe für eine Seniorin.

Ernst de Payrebrune bei der Einkaufshilfe für eine Seniorin.

Foto: Verein Generationenhilfe Lengede

Die Generationenhilfe Lengede als eingetragener Verein ist aus dem Tagesgeschehen in der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Die Institution mit der Vorsitzenden Bernhild Faßmann-Hanusch und deren Stellvertreter Herbert Meier an der Spitze ist im Generationentreff Lengede mit Büro zu Hause und blickt inzwischen auf ihr sechsjähriges Bestehen zurück.

„Wir wollen mit der Einrichtung ein Zeichen setzen und richten unsere Hilfe in erster Linie an Menschen, die aufgrund ihres Alters, Krankheit, einer körperlichen Beeinträchtigung oder aufgrund familiärer Situationen Unterstützung benötigen“, erklärt Herbert Meier im Gespräch vor Ort. Grundidee sei es, dass Menschen sich gegenseitig helfen. Man wolle Helfende und Hilfesuchende zusammenführen, „nach dem Prinzip geben und nehmen“, so Meier weiter. Insgesamt stünden derzeit bis zu 50 Helfer zur Verfügung. Die Zahl der Hilfeempfänger schwanke dabei zwischen 20 und 50 Personen. „Manche benötigen Hilfe aber nur kurzzeitig in gewissen Notlagen“, verdeutlichte das Vorstandsmitglied.

Inzwischen hat der Verein ein neues Projekt begonnen. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes niederschwelliges Betreuungsangebot. „Es geht hierbei um Demenzkranke im Anfangsstadium, die noch nicht professionell betreut werden müssen. Dafür haben wir 15 Helfer ausgebildet, geschult vom Deutschen Roten Kreuz. Die interne Zusatzausbildung hat 30 Stunden Theorie und einen Erste-Hilfe-Kurs in Anspruch genommen“, sagte Meier und betonte, als Betroffener könne man die Leistungen über die Krankenkasse abrechnen. „Damit haben wir eine Lücke geschlossen“, führte er weiter aus.

Dabei ist das Hilfeangebot insgesamt sehr umfangreich. Dazu zählen unter anderem Rasenmähen, leichte Tätigkeiten, die Menschen altersbedingt nicht mehr allein ausüben können, Behördengänge, Arztbesuche, Einkaufsbegleitung aber auch kleine Spaziergänge. „Manche Hilfesuchende wollen auch nur mal zwei Stunden Unterhaltung oder Spiele machen. Anderen wiederum wird vorgelesen, weil sie schlechter sehen können“, berichtet Meier aus der umfangreichen Praxis.

Mit Grundschulen in der Gemeinde Lengede ist man auch Kooperationen eingegangen und setzt einmal monatlich Lesepaten im Rahmen des Deutschunterrichtes ein, um die Schüler zum aktiveren Lesen zu motivieren. Die Mitglieder der Generationenhilfe gehen auch gezielt an die IGS Lengede in den Sozialunterricht, um sich vorzustellen. „Fortbildungen an sich bieten wir aber nicht an, sondern es geht vorrangig um Hilfestellungen“, erklärt Meier in diesem Zusammenhang.

Zudem will man auch keine Konkurrenz für professionelle Anbieter sein, sondern „wir füllen die Lücke für nicht festgelegte Leistungen“. Man unterstützt auch diejenigen, die noch keine Pflegestufen haben, aber Hilfe benötigen.

Angeboten werden auch zahlreiche Aktionen wie Boulespielen, monatliche Treffs mit Kaffeerunde und Vorträgen in Form eines gesellschaftlichen Nachmittags – immer der letzte Freitag im Monat um 15 Uhr im Generationentreff und neuerdings auch mal im renovierten Spritzenhius oder an der Boulebahn. Theater- und Kinobesuche runden das Angebot ab. Neu wird ab November eine Sitzgymnastikgruppe sein. Treffen ist jeden Dienstag im Bürgerhaus von 10 bis 10.45 Uhr.

Die Generationenhilfe wird von der Gemeinde unterstützt, indem sie die Räumlichkeiten des Generationentreffs am Bodenstedter Weg kostenlos nutzen kann. Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 260 angewachsen. Die Zahl beinhaltet passive und aktive Helfer sowie Betroffene. „Wir sind stolz darauf, so gewachsen zu sein“, so der stellvertretende Vorsitzende.

Dennoch fehlten generell weiterhin Helferinnen und Helfer. Die Inanspruchnahme einer Hilfeleistung kostet pro Stunde acht Euro, davon erhalte der Helfende sieben Euro. „Allerdings darf ein Helfer nur 200 Euro im Monat verdienen, so wie es auch für sportliche Übungsleiter gilt“, sagt Meier, der sich darüber freut, dass auch Flüchtlinge als Helfer aktiv sind.

Kontakt: Generationenhilfe, Bodenstedter Weg 13, Lengede. (05344) 9692131, E-Mail: info@generationenhilfe-lengede.der. Bürozeiten: Dienstag, 16 bis 18 Uhr; Donnerstag, 10 bis 12 Uhr.

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