Café und Hofladen für Hansen-Werke?

Woltwiesche  Mehr als 50 Teilnehmer kommen zum Workshop zur Gestaltung der alten Industriebrache in Woltwiesche.

Großen Zuspruch fand der Workshop-Nachmittag zu möglichen Projekten in den ehemaligen Hansen-Werken in Woltwiesche. Studenten der HBK hatten den Nachmittag im Protohaus in Braunschweig organisiert.

Großen Zuspruch fand der Workshop-Nachmittag zu möglichen Projekten in den ehemaligen Hansen-Werken in Woltwiesche. Studenten der HBK hatten den Nachmittag im Protohaus in Braunschweig organisiert.

Foto: Frank Schildener

„Ich bin happy, dass so viele Leute gekommen sind“, freute sich Levi Lewandowski, Initiator des Projektes „Hansen-Werke“. Mehr als 50 überwiegend junge Menschen wollten beim Workshop-Nachmittag zum Gestalten der alten Industriebrache in Woltwiesche mitmachen.

Zunächst ging es um Visionen. Arved Bünning, einer der Workshop-Organisatoren, beschrieb die Geschichte eines Rundgangs durch die fertig gestalteten ehemaligen Hansen-Werke. Er nahm das Publikum mit durch Werkstätten, Wohngebäude, eine Bibliothek. Dazu gab es Bilder auf der Leinwand vom aktuellen Aussehen des Geländes. Viel bleibt zu tun, das Projekt steht schließlich noch ganz am Anfang. Aber es kann endlich richtig durchstarten. Dafür braucht es Projektpartner und viele Gleichgesinnte, die mitmachen wollen. „Unser Status ist, dass wir endlich starten dürfen“, erklärte Lewandowski. Werkstätten können nun eingerichtet, Felder bestellt, Gärten angelegt und Wohnungen hergerichtet werden. „Wir haben das Gelände von Müll befreit“, sagte er. Das große Konzept ist Nachhaltigkeit und das Verlassen gewohnten Konsumverhaltens.

Organisiert hatten den Workshop neben Bünning Claudia Reinbooth und Katharina Stimming. Sie studieren „Transformation Design“ an der Hochschule für Bildende Künste. Der Studiengang befasst sich mit dem Gestalten von Veränderungsprozessen. Für die Veranstaltung konnte deshalb kaum ein besserer Ort gefunden werden als das projektoffene Protohaus im Braunschweiger Rebenpark. Während für die Studentengruppe der Workshop das Ende eines Projektes ist, bedeutet es für den gemeinnützigen Verein „Hansen-Werke“ einen Start. „Ich wollte sehen, wie groß das Interesse ist“, sagte Lewandowski. Das war sehr groß. In Arbeitsgruppen fanden sich die Besucher des Nachmittags schließlich zusammen und diskutierten lebhaft über erste Projekte auf dem Gelände. Sie wollen kreativ sein, ökologisch sinnvoll gestalten, nachhaltig leben, jenseits des gesellschaftlichen Massenkonsums. Die meisten sind wohl unter 30, einige ältere finden sich ein. Der Fortgang des alternativen Wohn-, Lebens- und Kulturprojektes auf dem Werksgelände solle dokumentiert und nach außen visualisiert werden. Bauprojekte, eine Idee waren modulare Container für die ehemaligen Fabrikhallen und für mögliche Wohnraum, sollen für alle nutzbar sein. Kulturelle Veranstaltungen, vielleicht sogar mietbare Räume für Feiern und Konzerte waren ebenso angedacht, wie ein eigener Hofladen, ein Café oder Hofflohmärkte. Immer vor dem Hintergrund, der Nachhaltigkeit. Eine Selbstversorgerlandwirtschaft solle entstehen, die gesellschaftliche Teilhabe ermögliche.

Wie geht es nun weiter? „Wir möchten im April, je nach Wetterlage, ein weiteres Treffen veranstalten“, sagte Lewandowski. Das soll dann draußen in Woltwiesche auf dem Gelände stattfinden. Er hoffe, dass dann möglichst viele der Workshop-Teilnehmer wieder dabei sind.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder