Herzog Ferdinand und seine große Liebe zu Vechelde

Vechelde.  Vor 300 Jahren ist der nicht regierende Herzog zu Braunschweig und Lüneburg geboren – daran erinnert Heimatpfleger Heinz Werner.

Vor 300 Jahren ist Herzog Ferdinand zu Braunschweig und Lüneburg geboren.

Vor 300 Jahren ist Herzog Ferdinand zu Braunschweig und Lüneburg geboren.

Foto: Archiv

Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Vechelder Ortsheimatpfleger Heinz Werner mit Herzog Ferdinand zu Braunschweig und Lüneburg – der pensionierte Lehrer muss es also wissen, wenn er sagt: „Der Herzog hat Vechelde geliebt.“ Auf den Tag genau am heutigen Dienstag vor 300 Jahren ist Ferdinand in Braunschweig geboren worden. Wie sehr der erfolgreiche General an Vechelde gehangen hat, lässt sich daraus ableiten, dass sich der nicht regierende Herzog Ferdinand zu Braunschweig und Lüneburg (1721 bis 1792) nach seiner militärischen Karriere ausgerechnet das Vechelder Schloss vor den Toren der Löwenstadt als seine Sommerresidenz und seinen Alterssitz ausgesucht hat:

Wolfenbüttels bekanntester Feldmarschall Ferdinand

Das Gebäude befand sich bis zu seinem Abriss dort, wo heute das Bürgerzentrum steht. Ferdinand hat ab 1766/1767 bis zu seinem Tod zumindest zeitweilig im Vechelder Schloss gelebt: Auf sein Betreiben ist der angrenzende, noch heute vorhandene Schlosspark im Stil eines englischen Gartens entstanden.

„Hervorragendster Feldherr in ganz Europa“

Zur militärischen Laufbahn des Herzog stellt Heimatpfleger fest: Unter dem Preußenkönig Friedrich dem Großen (1712 bis 1786) war Ferdinand als Feldherr Preußens im siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) „sehr erfolgreich“, laut anderen Quellen habe er gar als „hervorragendster Feldherr in ganz Europa“ gegolten. Allerdings hat es dann Spannungen zwischen dem Herzog und dem Preußenkönig gegeben: 1766 nahm Ferdinand seinen Abschied und lebte seitdem in Braunschweig und Vechelde. Heimatpfleger Werner beschreibt das so: „Als Pensionär übernahm er als Gutsherr abhängiger Bauern Vecheldes Schlossgebäude mit großem Park.“

Erinnerungsplatte in Vechelde zu Ehren von Herzog Ferdinand

Seit 1784 zunehmend krank, ist Ferdinand 1792 in Vechelde gestorben. „Im Lindenrondell im Vechelder Schlosspark wollte der Herzog seine ewige Ruhe finden“, berichtet Werner. Zunächst haben sie seinem letzten Willen auch entsprochen. „Doch der hohe Grundwasserstand im Grabge-wölbe ist der Anlass gewesen, seinen Sarg in die Domgruft zu Braunschweig zu überführen“, erzählt der Historiker. Im Kopfteil des Sargs sei zu lesen: „Ferdinand Gutsherr zu Vechelde 1721 - 1792.“ Also „kein Wort von Herzog oder General“, stellt Werner fest.

Gedenkfeier ist wegen Corona ausgefallen

Zum „Tag der Braunschweigischen Landschaft“ im Sommer 2014 hat die Gemeinde Vechelde den Schlosspark nach historischem Vorbild gestalten lassen: Zudem hat sie im Lindenrondell der Anlage eine Gedenktafel zu Ferdinands unerfülltem Wunsch angebracht.

„Dort sollte am heutigen Dienstag eigentlich eine kleine Gedenkveranstaltung zum 300. Geburtstag des Herzogs stattfinden“, erinnert Heinz Werner: Die Corona-Pandemie habe dies aber verhindert.

Der Vechelder weist noch auf folgende Hinweise auf Herzog Ferdinand in seinem Heimatort hin:

 ein Gedenkstein vor der evangelischen Kirche.

 seine Halbbüste im Schlosspark (zurzeit unbeschriftet).

 sein "F" im historischen Tor vor dem Bürgerzentrum.

 im Schlosspark das Denkmal für den Abt Jerusalem mit von Ferdinand selbst gestalteter Widmung.

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