Suche nach Eisbären und Bienen bei der Klima-Demo in Peine

Peine.  Die Aktivisten von „Fridays for Future“ verlangen in ihrer Abschlusskundgebung beim Klimaschutz die gleiche Konsequenz wie im Kampf gegen Corona.

Einsatz für ein besseres Klima in Corona-Zeiten: die Aktivisten von „Fridays for Future“ bei ihrer Abschlusskundgebung auf dem Peiner Marktplatz. 

Einsatz für ein besseres Klima in Corona-Zeiten: die Aktivisten von „Fridays for Future“ bei ihrer Abschlusskundgebung auf dem Peiner Marktplatz. 

Foto: Harald Meyer

Sie wollen unüberhörbar sein, und das ist den Aktivisten von „Fridays for Future“ (FFF) auch gelungen: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, singen sie bei ihrer Abschlusskundgebung auf dem Peiner Marktplatz und sind damit Teil des globalen Klimastreiks. Dazu gehört für die FFF-Ortsgruppe auch, gestenreich Ausschau zu halten nach dem Eisbären und den Bienen – also den beiden Tierarten, die stellvertretend für viele andere unter dem Klimawandel zu leiden haben.

Und dazu gehören scharfe kompromisslose Reden – wie die von Timon Rahr: Der Peiner Ratsgymnasiast lobt zunächst das entschlossene Handeln der Bundesregierung gegen das Corona-Virus und die Bereitschaft weiter Teile der Bevölkerung, dabei mitzumachen. Um dann aber ein ebenso energisches Vorgehen der Regierenden gegen den Klimawandel einzufordern, denn hierbei versagten sie nach wie vor. „Dabei liegen seit Jahren die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den verheerenden Folgen des Klimawandels vor“, erinnert Timon Rahr und nennt als Stichworte die Erderwärmung und Extremwetterlagen – also „einerseits Überflutungen, andererseits Wassermangel“. Dagegen helfen dem Schüler zufolge nur noch „drastische Maßnahmen“: Doch während die gegen das Corona-Virus gelungen seien, wollten sie im Kampf gegen die Klimakatastrophe nicht kommen. Als Beispiele für dringend notwendige Schritte nennt Rahr den bundesweiten Kohleausstieg bereits in 2030 (nicht erst 2038) und die Elektromobilität.

„Die reichen Länder sind eindeutige Hauptverursacher der Klimakrise“

„Ein Prozent der Weltbevölkerung verursacht mehr als doppelt so viele Emissionen wie die gesamte ärmere Hälfte der Menschheit“: So redet Marlene Vogelsang den Industrienationen – also auch Deutschland – ins Gewissen. Die Ungerechtigkeit sei aber, dass „reiche Länder mit starker Wirtschaftsleistung eindeutige Hauptverursacher der Klimakrise“ seien, sie aber die „Folgen des Klimawandels am wenigsten treffen“. Die Peiner Ratsgymnasiastin wird schonungslos: „Mit jeder neuen Gaspipeline, jeder neuen Autobahn und jedem laufenden Kohlekraftwerk, mit jedem Zehntelgrad Erderwärmung“ steige die Zahl der Klima-Opfer.

Auch Mette-Luise Springer spricht von „enttäuschten Hoffnungen“, wenn sie das Regierungshandeln im Kampf gegen die Klimakrise betrachte. Mit Vertröstungen und sogar Spott werde die „Fridays-for-Future-Bewegung“ bedacht, das mache die Schülerin des Peiner Silberkampgymnasiums „traurig“. Dem Publikum auf dem Marktplatz – zuvor bei der Fahrraddemo haben laut Veranstalter zeitweise bis zu 100 Menschen mitgemacht – macht Mette-Luise Springer Mut, indem sie sagt: „Du kannst alles schaffen, du musst nur anfangen.“ Für die Peiner FFF-Aktivisten heißt wes also weitermachen – die nächsten Aktionen sind in Planung.

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