Kreisvolkshochschule Peine – mit Internet Menschen erreichen

Peine.  Die neue Leiterin Stefanie Laurion sieht in der Corona-Krise auch die Chance, neue Wege zu gehen.

Das Team der KVHS Peine (von links): Andreas Teichmann, Knut Arnold, Kerstin Wassmann und die neue Leiterin Stefanie Laurion. 

Das Team der KVHS Peine (von links): Andreas Teichmann, Knut Arnold, Kerstin Wassmann und die neue Leiterin Stefanie Laurion. 

Foto: Harald Meyer

Die Frage ist zu verlockend: Wie ist Ihr Nachname? Nein, nicht Loriot, sondern Laurion. Genauer gesagt: Stefanie Laurion – sie ist die neue Leiterin der Kreisvolkshochschule (KVHS) Peine, die Nachfolgerin von Klaus Schulze, der in den Ruhestand gegangen ist. „Ich höre aber auch auf Loriot“, sagt Stefanie Laurion mit einem Lächeln – Humor hat sie, die neue KVHS-Chefin.

Die Corona-Pandemie – sie hat das Berufsleben in vielen Bereichen auf den Kopf gestellt, so auch bei der Kreisvolkshochschule mit ihren 38 Mitarbeitern. Doch diese Krise hat auch dafür gesorgt, als KVHS neue Wege zu gehen. Kurse oder Veranstaltungen in der „realen Welt“ – von Angesicht zu Angesicht – waren komplett verboten und dürfen – wenn überhaupt – nur unter strengen Hygiene- und Abstandsregelungen nach und nach wieder stattfinden. Möglichst alle Menschen allen Alters und Schichten zu erreichen und von den Volkshochschulangeboten zu überzeugen – diesen Anspruch hat aber Stefanie Laurion: Sie nennt das „Teilhabe“ oder „Beteiligung“, spricht von „Bildung für alle“ – und dazu gehört für sei eben auch die Erwachsenenbildung. Die Stichwort heißt für die 54-Jährige „online“ – Vorträge und bestimmte Kurse gibt’s nun vermehrt auch in der virtuellen Welt. „Im Internet kann die Bevölkerung unsere Angebote unabhängig von der Zeit und unabhängig von ihrer Mobilität nutzen“, berichtet die KVHS-Leiterin von den Vorzügen dieser Technik. Wer beispielsweise ein Seminar nach einer anstrengenden Arbeitswoche nicht an einem Samstag mitmachen wolle, könne es online zu einer genehmen Zeit abrufen. „Per Internet erreichen wir aber auch Menschen, die ihr Zuhaue nicht verlassen können“, setzt Stefanie Lausion hinzu. Zum Anspruch „Bildung und Hilfe für alle“ gehört aber auch, dafür Menschen technisch auszustatten – das ist teilweise auch geschehen.

Als ein dickes Pfund, mit dem die Hildesheimerin wuchern will, ist die gute Vernetzung der Volkshochschule mit der Landkreisbevölkerung: „Wir haben eine enge Bindung zu den Menschen, und die wollen wir halten oder möglichst weiter ausbauen weiter“, sagt Stefanie Laurion – dies gelte trotz des Interneteinzugs und ihrer Ankündigung, dass „sich unsere Angebote gegenüber über der Vor-Corona-Zeit verändern werden, auch wenn die Pandemie wieder vorbei ist.“ Allerdings: „Unser Programmheft wird es auch künftig auch in gedruckter Form geben und nicht nur auf unserer Homepage.“ Als neues Angebot nennt die studierte Kulturpädagogin das Projekt „Herzensprechstunde“: Die KVHS sowie der Senioren- und Pflegestützpunkt wollen dabei Menschen nach ihrem Ausscheiden aus dem Berufsleben helfen, sich ehrenamtlich für andere einzusetzen. Weitere Ideen: eine Fortbildungskooperation der KVHS mit dem Peiner Klinikum sowie (mehr) politische Themen im Angebot.

Allerdings hat Stefanie Laurion ein Problem ausgemacht: „Wir haben als KVHS zu wenige Räume für unsere Angebote.“ Im vergangenem Jahr habe die Volkshochschule 1000 Angebote im Visier gehabt, wegen der Raumknappheit aber nur 800 umsetzen können. Möglicherweise aber hilft auch hier das Internet: Denn perspektivisch sei es machbar, dauerhaft ein Viertel der KVHS-Angebote online zu präsentieren – oder zumindest kombiniert mit online. Nach dem Ausfall von Kursen, Seminaren und anderen Veranstaltungen und den Einnahmeeinbußen durch „Corona“ sieht sie das Land in der Pflicht, „nicht nur Schulen und Universitäten finanzielle zu unterstützten, sondern auch die Erwachsenenbildung“ – unter anderem die Volkshochschulen.

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