Sparkasse schließt Filialen in der Gemeinde Ilsede

Ilsede.  Drei Filialen werden in der Gemeinde Ilsede geschlossen. Auch Filialen in Stederdorf, Abbensen und Gadenstedt sind betroffen.

Die Vorstände der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine (HGP) um Jürgen Twardzik kündigten einige Umstrukturierungen an.

Die Vorstände der Sparkasse Hildesheim-Goslar-Peine (HGP) um Jürgen Twardzik kündigten einige Umstrukturierungen an.

Foto: Torsten Pifan

Federn lassen müssen die Sparkassen-Kunden in der Gemeinde Ilsede: Die Standorte Oberg, Klein Ilsede und Adenstedt werden in den kommenden drei Jahren geschlossen. Während in Adenstedt und Klein Ilsede SB-Filialen sind, ist in Oberg auch Personal betroffen. Veränderungen wird es auch in Gadenstedt geben. Dort wird der Standort in eine SB-Filiale umgewandelt. Viele Ilseder, vor allem in der ehemaligen Gemeinde Lahstedt, müssen für ihre Bankgeschäfte künftig weitere Wege in Kauf nehmen.

Privatkunden sollen weiterhin im Fokus stehen

Das gaben am Donnerstag die Vorstände der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine (HGP) um den Vorstand Jürgen Twardzik bekannt. „HGP 22“ heißt das Modell, mit dem sich das Geldinstitut neu aufstellen will. Trotz der Veränderungen, die auch andere Standorte im Geschäftsgebiet betreffen, betonte der Chef des Geldhauses: „Die Sparkasse bleibt Sparkasse.“ Und das bedeute, dass die Privatkunden weiter im Fokus stehen, erklärte Twardziks Vorstandskollege Dominikus Penners.

13 Millionen Transaktionen pro Jahr online

Allerdings hätten sich die Kundenansprüche in den vergangenen Jahren erheblich verändert. Immer mehr Bankgeschäfte werden über digitale Kanäle abgewickelt. Pro Jahr werden 13 Millionen Transaktionen online abgewickelt. Gleichzeitig steige die Nachfrage nach hochwertiger Beratung, im Schnitt gab es in zwölf Monaten mit jedem der rund 250 000 Sparkassen-Kunden einen Termin für ein Beratungsgespräch, es waren 237 000 Gespräch in diesem Zeitraum. Dem soll im Zuge der Umstrukturierung Rechnung getragen werden.

Beratungen per Telefon, Video, Chat

Die Sparkasse setzt daher auf größere Einheiten im Filialnetz. Jeder Standort, an dem weniger als fünf bis acht Mitarbeiter gebraucht werden, sei auf den Prüfstand gekommen. Gleichzeitig werden digitale Angebote ausgebaut: „Beratung direkt“ beispielsweise. In dieser virtuellen Filiale gibt es mittlerweile 4000 Kunden, die per Telefon, Video, Chat oder der App Kontakt zu ihrem Berater halten. Hier soll personell aufgestockt werden.

Knapp 200 Stellen weniger in drei Jahren

Insgesamt werde das neue Modell aber Arbeitsplätze kosten: Twardzik geht davon aus, dass von den derzeit rund 1300 Mitarbeiter in drei Jahren noch rund 1050 bis 1100 Mitarbeiter an Bord sein werden. Betriebsbedingte Kündigungen schloss er im Zuge des Modells „HGP 22“ kategorisch aus. Die Sparkasse setze weiter auf Altersteilzeit, Abfindungen oder Fluktuation.

Sparkasse bemüht sich um Unternehmen

Verstärkt ins Visier genommen werden sollen potente Geschäftskunden. Mittelständische Unternehmen und ihre Akteure sollen eine spezielle Beratung und Betreuung erfahren, erklärte Vorstand Michael Senft. Dabei gehe es auch um die Vermögensverwaltung für betuchte Privatleute, genauso wie Stiftungsberatung oder Testamentsvollstreckung. Trotz der gezielten Ausrichtung bekennt sich die Sparkasse zu den Kunden an der Basis. Twardzik: „Es kann aber nicht schädlich sein, wenn wir in dem Firmensegment höhere Marktteile erreichen.“

Filialen der Kernstadt Peine bleibt unverändert

Im Peiner Land werden außer der Geschäftsstelle in Gadenstedt auch die Filialen in Abbensen, Stederdorf und Wipshausen in SB-Standorte umgewandelt. Kunden der Sparkasse an der Breiten Straße, der Celler Straße und der Feldstraße in der Kernstadt Peine müssen keine Änderungen fürchten. Genauso sollen die Standorte Edemissen Hohenhameln, Ilsede, Lengede und Wendeburg erhalten bleiben.

Sparkasse in der Nähe von Nahversorgern?

Auf den Prüfstand kommen aber die Standorte in den Dörfern selbst. Denn für die Kunden sei es oft optimaler, wenn die Sparkasse auch in der Nähe der Nahversorger angesiedelt ist. Da könne es noch Veränderungen geben, kündigte Penners an.

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