Hansen-Werke als Hort für Handwerker und Künstler

Woltwiesche  Levi Lewandowski, der die Lengeder Süntelbuche zu einem Kunstwerk macht, hat auch mit der Industriebrache Hansen-Werke bei Woltwiesche einiges vor.

Gebäude der alten Hansen-Werke vor Woltwiesche an der Straße nach Barbecke – seit Jahren ein eher trauriger Anblick.

Gebäude der alten Hansen-Werke vor Woltwiesche an der Straße nach Barbecke – seit Jahren ein eher trauriger Anblick.

Foto: Arne Grohmann

Das Gelände kurz hinter dem Bahnübergang von Woltwiesche an der Straße nach Barbecke ist seit Jahren eingezäunt. Das hält einige nicht davon ab, dort illegal Müll zu entsorgen. Überall wuchert es. Die Gebäude verfallen, kaum eine Scheibe ist noch heil.

So steht es seit Jahren um die Anlage, die früher zum Kalkabbau mit Verarbeitung zu Futter oder Baumaterial diente.

„Ich bin da eigentlich schon seit acht Jahren dran“, erzählt Levi Lewandowski im Gespräch mit unserer Zeitung. Darin ging es eigentlich um das Kunstwerk, zu dem die Lengeder Süntelbuche werden soll. Aber Levi Lewandowski teilte auch mit, dass er plane, für eine Interessengemeinschaft Gelände und Gebäude zu kaufen. Dann soll daraus ein Refugium für Künstler, Handwerker oder auch Wissenschaftler werden (zum Beispiel Biologen).

Fläche für Solaranlage

mit Hausanschluss

Aus dem 26-jährigen Steinmetz- und Steinbildhauer-Meister sprudeln die Ideen nur so heraus: Alle sollen sich gegenseitig befruchten, helfen, aus der alten Industrieanlage (rund 90 000 Quadratmeter) einen schönen Platz zum Arbeiten und Wohnen zu machen. Das alles möge naturverbunden geschehen. Die Anlage soll autark sein. Wer dort beispielsweise Flächen für eine kommerzielle Solaranlage erwerbe, könne die alten Hansen-Werke gleich mit Strom versorgen.

Das Kunstwerk, zu dem Levi Lewandowski die Lengeder Süntelbuche machen möchte, könne quasi das Auftaktprojekt der Wohn- und Arbeitsgemeinschaft sein. Es bestünden Kontakte zu diversen Interessenten, beispielsweise zu Schmieden oder Tischlern. „Es sind alle da, man kann alles selber machen.“

„Das soll möglichst dieses Jahr schon über die Bühne gehen“, sagt Levi Lewandowski, der deswegen sein Projekt nun öffentlich machte. „Es dauert alles unheimlich lange“, sagt er über die Verhandlungen mit dem Eigentümer der Hansen-Werke (lebt in London) oder mit den Verwaltungen.

Gemeinde steht Projekt positiv gegenüber

Dennoch soll nichts überstürzt werden. Die Gemeinde Lengede half bereits zusammenzutragen, was mit dem Landkreis alles abgestimmt werden müsste. „Wir begleiten das sehr positiv“, sagt auf Nachfrage Cord-Heinrich Helmke von der Gemeindeverwaltung.

Noch sei Levi Lewandowski nicht Eigentümer. „Dann muss er uns sagen, was genau daraus werden soll“, so Cord-Heinrich Helmke. Dann würden Verwaltung und Politik aktiv. Das gelte zum Beispiel für die Baugenehmigung (Landkreis) oder den Bebauungsplan (Gemeinde).

„Die warten auf meinen Startschuss“, bestätigt Levi Lewandowski. Allerdings wolle er nicht die Katze im Sack kaufen. Wegen potenzieller Altlasten (zum Beispiel Bauschutt und Müll) verhandele er noch mit dem Eigentümer. Es gehe unter anderem um Kosten, um feststellen zu können, ob und welche Altlasten auf dem Gelände beseitigt werden müssten.

Wenn es vom bisherigen Eigentümer, vom Landkreis, der Gemeinde und der Politik Grünes Licht gegeben habe, werde über die konkrete Aufteilung, Vergabe und Besetzung der Einheiten in den früheren Hansen-Werken entschieden. „Die Leute sollen sensibilisiert werden, dass es ’was Schönes werden kann“, wünscht sich Levi Lewandowski.

Was meinen Sie zu den Ideen von Levi Lewandowski? Gerne können Sie uns dazu Ihren Kommentar schreiben!

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