Königslutter. Jonas Murche und Tom Meyer geben in Königslutter ehrenamtlich Schwimmkurse. Hunderten Kindern haben sie Sicherheit im Wasser geschenkt.

„Schwimmen können ist Sicherheit und Teilhabe. Und das sollte allen Kindern zugutekommen, egal wo sie herkommen und egal in welchen sozialen Verhältnissen sie leben.“ Das sagt Jonas Murche, 21, Mitglied im Vorstand des Fördervereins Lutterwelle Königslutter e.V. und er ist auch sonst ehrenamtlich aktiv, etwa in der Jugendfeuerwehr der Domstadt. Gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen. Und auch Tom Meyer, ebenfalls 21 Jahre alt, bringt Kindern in Königslutter seit einiger Zeit das Schwimmen bei. Für die beiden jungen Männer ist das eine ganz selbstverständliche Sache, denn einst hätten ja auch sie dort in der Lutterwelle schwimmen gelernt.

Wir treffen die beiden an einem der Tage, an denen sie am Beckenrand im Hallenbad der Lutterwelle stehen. Im Sommer passiert das alles im Freibad. Es ist Nachmittag, beide kommen direkt von ihrem Arbeitsplatz in das Schwimmbad. Das tun sie so mehrfach pro Woche. Kinder tummeln sich im Wasser, anfangs noch mit Schwimmhilfen, später brauchen sie die nicht mehr, denn dann können sie schwimmen, sind jedenfalls schon ziemlich sicher im Wasser.

Viel zu viele Kinder im Grundschulalter können nicht schwimmen

Wie vielen Kindern die beiden Jungs das schon beigebracht haben, können sie so genau gar nicht sagen. Ihr Engagement begann vor Corona. Da halfen sie sogar in Grasleben mit einem Schwimmkurs aus. Jetzt, in der Zeit nach Corona, da gebe es nach wie vor viel aufzuholen. Ihre Kurse sind ausgebucht. Wenn sie könnten, die beiden Rettungsschwimmer würden noch mehr Unterricht erteilen, denn: „Viel zu viele Kinder im Grundschulalter können nicht schwimmen, und das ist schlimm“, sagen die beiden. Eine Statistik spricht von 20 Prozent im Jahre 2022. Die Tendenz, werfen die beiden ein, steige. Tatsächlich sind die 20 Prozent gemäß Statistik bereits eine Verdopplung binnen fünf Jahren, sagt jedenfalls die DLRG.

Natürlich ist der Migrationshintergrund mit ein Aspekt, wenn es um die Schwimmfähigkeit geht. Aber genau das ist für Jonas Murche und Tom Meyer kein Argument. „Schwimmen ist Lebensqualität, und die steht jedem Menschen zu“, sagen sie. Integrationsarbeit im Schwimmbecken, schwimmen international, sozusagen.

Schwimmen ist Teilhabe

Es dürften Hunderte kleine Leute sein, denen Jonas und Tom Sicherheit im Wasser geschenkt haben. Aber warum das Engagement: „Wir sind hier aufgewachsen, haben in der Schwimmabteilung der TSG Königslutter selber schwimmen gelernt. Jetzt geben wir von dem zurück, was wir bekommen haben“, erklärt Jonas. Tom betont die Verbundenheit mit Königslutter, die Stadt, die ihr wahres Zuhause ist und bleibt. Es sei selbstverständlich, dass man sich für die Gemeinschaft engagiere.

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Dieses Engagement geht bei den beiden ziemlich durchtrainierten Männern deutlich über die Schwimmkurse hinaus. Im Sommer sichern sie als Rettungsschwimmer den Badebetrieb im Freibad ab. Ihre Fähigkeit dazu müssen sie regelmäßig selber unter Beweis stellen. Im Förderverein Lutterwelle Königslutter e.V. haben sie inzwischen Vorstandsaufgaben übernommen. Und die Schwimmabteilung des Vereins TSG Königsluter e.V. leiten sie inzwischen ebenfalls - Trainingseinheiten für den Schwimmnachwuchs inklusive. Ganz nebenbei ist Jonas bei der Jugendfeuerwehr in Königslutter aktiv.

Wie drückten sie sich aus? „Schwimmen ist Teilhabe.“ Dafür braucht es aber Menschen, die das als selbstverständlich ansehen und Teilhabe aktiv anbieten. Jonas Murche und Tom Meyer werden weiterhin Kindern das Schwimmen beibringen.