Braunschweig. Google ist 25 Jahre alt. Die Suchmaschine trifft auch in der Region Braunschweig-Wolfsburg auf große Beliebtheit. Das sind die hiesigen Google-Trends.

Lieber die kurze Hose anziehen oder doch die Regenjacke einpacken? Die wiederkehrende Frage, was das Wetter wohl bringen wird, beschäftigt viele – denn der Begriff „wetter“ ist der, den die meisten Menschen aus Deutschland in diesem Jahr in die Suchmaschine Google getippt haben. Das omnipräsente Wetter wird im Zusammenhang mit dem Begriff „wolfsburg“ allerdings auf den dritten Platz verdrängt – hier dominiert der Fußball. „vfl wolfsburg“, „bayern gegen wolfsburg“, „wolfsburg frauen“ finden sich dabei unter den Top vier – typischerweise kleingeschriebenen – Begriffen, die in diesem Jahr gegoogelt wurden.

Die meistgesuchten Begriffe im Zusammenhang mit „braunschweig“ hingegen unterscheiden sich nicht besonders vom allgemeinen Deutschland-Trend. „wetter braunschweig“ ist die meistgestellte Anfrage in diesem Jahr. Was fasziniert Google-Nutzer im Zusammenhang mit Braunschweig außer des Wetters? Die Technische Universität Braunschweig ist unter den Top-Themen, aktuell dicht gefolgt von Anfragen rund um Essen und Trinken, wie „grinsekatz braunschweig“, „ braunschweiger biersorte“ und „taco guys braunschweig“.

„google“ ist weltweit meistgesuchter Begriff

Im internationalen Vergleich suchen die meisten Leute mithilfe von Google nach der Suchmaschine selbst: „google“ steht auf Platz eins der Anfragen. Mit etwas Abstand folgen dahinter „youtube“, das omnipräsente „weather“, „facebook“ und „translate“. Neben diesen Klassikern unter den Suchbegriffen gibt es jedes Jahr aber auch besondere – Suchanfragen, die sich häufen, die Alltagsfragen widerspiegeln und danach wieder verschwinden. Dazu gehörten in den vergangenen Jahren etwa „corona“ und „rki“, aber auch „fortnite“ oder „fifa 20“.

Im Jahr 2005 beispielsweise gehörten neben dem damals neuen Satellitenservice Google Earth „tokio hotel“ zu den Aufsteiger-Begriffen des Jahres in Deutschland. 2007 waren „schülervz“ und „schüler vz“ unter den fünf Top-Kandidaten der Google-Neulinge. Das soziale Netzwerk als Ableger von „studiVZ“ erfreute sich damals großer Beliebtheit – bis Facebook es überholte. Lena Meyer-Landrut erhielt dank ihres Sieges beim Eurovision Song Contest im Jahr 2010 einen Platz unter den drei Top-Aufsteigern bei der Google-Suche.

Ein altes Layout mit dem Google-Logo und zwei „Search-Boxen“ sind auf der historischen Google-Homepage zu sehen (Screenshot). Das Unternehmen ist am 4. September 25 Jahre alt geworden.
Ein altes Layout mit dem Google-Logo und zwei „Search-Boxen“ sind auf der historischen Google-Homepage zu sehen (Screenshot). Das Unternehmen ist am 4. September 25 Jahre alt geworden. © DPA Images | Google

2014 stand ganz im Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien: „wm2014“ und „wm“ waren die beiden Top-Aufsteiger des Jahres. Das Jahr 2020 wiederum war geprägt von der Pandemie: „corona“, „coronavirus“, „corona deutschland“ und „corona zahlen“ waren unter den Top-Suchbegriffen in den Trends des Jahres.

„chatgpt“ führt Liste der Google-Anfragen im Jahr 2023

Das aktuelle Jahr steht bisher ganz im Zeichen der künstlichen Intelligenz (KI): „chat gpt“ mit und ohne Leerzeichen führen 2023 die Liste der Such-Aufsteiger an. Von dem KI-Chatbot können sich Nutzer unter anderem Texte formulieren und Präsentationen erstellen lassen. Und tatsächlich: „‚Chatgpt‘ habe ich als letztes gegoogelt“, sagt der 20-jährige Achraf bei der Umfrage in der Braunschweiger Innenstadt. Er komme aus Tunesien und studiere in Braunschweig, genau wie sein Begleiter Jihed. Die beiden benutzen Google täglich: „Alleine den Übersetzer brauche ich jeden Tag“, meint Jihed.

Die 18-jährige Svantje gibt sogar zu, mindestens 20-mal am Tag etwas zu googeln. Manches Mal verstehe die Suchmaschine aber auch nicht perfekt, wonach sie suche. Im Gegensatz dazu möchte ein 64-jähriger Braunschweiger lieber anonym bleiben: „Ich habe noch nie etwas gegoogelt, denn ich habe keinen Internetanschluss“, erklärt der Mann. Er habe Angst, dass alles, was er im Netz tue, verfolgt werde.

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Doch damit scheint er eher die Ausnahme zu sein: Der nur ein Jahr jüngere Dieter gibt an, mit Begeisterung zu recherchieren. „Stundenlang kann ich mich durch Google-Treffer klicken“, sagt er. Im Vergleich zu früher, wenn er sich durch die Bücherregale der Bibliothek wühlen musste, sei die Google-Suche „einfach genial.“ „Jeder googelt mittlerweile“, findet auch Holger, der aus Vechelde kommt. Die letzte Anfrage des 48-Jährigen war am frühen Morgen der Begriff „Solarförderung“.

25 Jahre Google

Das US-amerikanische Unternehmen wurde vor 25 Jahren am 4. September 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründet. Ursprünglich sei die Idee der Suchmaschine im Rahmen einer akademischen Forschung der beiden entstanden. Seit 2015 gehört das Unternehmen zur Firma Alphabet. Googles Suchfunktion ist inzwischen nicht mehr nur als reine Begriffsuche einsetzbar. Auch mit Bilddateien, Dokumenten oder Audiodateien können Nutzer die Suche verwenden. Der Name der Suchmaschine stammt von dem Wort „Googol“. Der englische Begriff beschreibt die Zahl 10 hoch 100 - eine eins mit 100 Nullen.

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