Deutscher Wetterdienst

Unwetterlage Niedersachsen: Herbststurm „Hendrik“ wütet weiter

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Das Sturmtief „Hendrik“ sorgt in Niedersachsen weiter für Probleme.

Das Sturmtief „Hendrik“ sorgt in Niedersachsen weiter für Probleme.

Foto: Britta Pedersen / picture alliance/dpa

Braunschweig.  Für Braunschweig, Wolfsburg, Salzgitter und die Region sind Unwetter angesagt. Wir berichten über die aktuelle Warnlage des Deutschen Wetterdienstes.

Sturmtief „Hendrik“ fegt weiter über unsere Region hinweg. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) ruft für Freitag, 22. Oktober, die Warnstufe 2 in Teilen Niedersachsens aus. Betroffen sind die Landkreise Gifhorn, Wolfenbüttel, Helmstedt, Peine sowie die Städte Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter.

Laut DWD treten Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 70 Kilometern pro Stunde aus südwestlicher und später aus westlicher Richtung auf. Örtlich können Geschwindigkeiten bis 80 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Die Warnung gilt vorerst bis 18 Uhr. Am Abend soll der Wind dann abnehmen.

Während des Unwetters besteht die Gefahr, dass Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie deshalb besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände.

Bahnverkehr läuft nach Sturm wieder regulär

Der Bahnverkehr läuft nach Angaben der Deutschen Bahn wieder weitgehend normal. „Es hat sich wieder beruhigt“, sagte eine Bahnsprecherin am Freitag in Hamburg. Über größere Verspätungen oder Zugausfälle im Regional- und Fernverkehr sei nichts bekannt. Auch die Bahngesellschaft Erixx meldete auf Nachfrage keine größeren Beeinträchtigungen am Freitag.

Für Fahrgäste der Deutschen Bahn, die ihre Reise aufgrund des Orkantiefs nicht antreten konnten, gelten umfangreiche Kulanzregelungen.

Orkan fegt über Harz – Schneesturm auf dem Brocken

Besonders heftig wütet der Herbststurm im Harz, am Mittwoch bereits in Form des Orkans „Ignatz“. Trotz Warnungen waren dort Touristen unterwegs – laut Nationalpark lebensgefährlich. Dabei spielten sich zum Teil dramatische Szenen ab. Auf dem Brocken wehte es sogar Menschen um.

Und das Wetter auf Norddeutschlands höchsten Berg wird immer ungemütlicher. Bei Temperaturen von -1 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h sind am Freitagmittag nur wenige Wanderer auf dem Harzgipfel unterwegs.

Im Oberharz müssen Autofahrer vorsichtig sein. Aufgrund des stürmischen Wetters sind noch immer Straßen und Gehwege im Oberharz gesperrt. So auch die vielbefahrene Strecke zwischen Heimburg und Elbingerode.

Sturmschäden sorgen für Einsätze der Feuerwehren

Am Donnerstag, 21. Oktober, sorgte das Sturmtief für mehrere Einsätze in unser Region. In Braunschweig entwurzelten Bäume und stürzten teilweise auf Autos. Menschen wurden nach bisherigem Stand nicht verletzt.

Die Feuerwehr in Helmstedt musste am Donnerstagmorgen bereits zu einigen Einsätzen ausrücken. Auf der Maschstraße war unter anderem ein Baum umgekippt. Mehr zu den Einsätzen in Helmstedt lesen Sie hier. Auch in Wolfenbüttel richtet das Sturmtief Schäden an. In der Fußgängerzone machen sich die orkanartigen Böen zu schaffen. Lesen Sie hier mehr über die Feuerwehr-Einsätze in Wolfenbüttel.

Wolfsburg: Junge Frau wird fast von Baum erschlagen

Riesiges Glück hatte eine Autofahrerin, die am stürmischen Donnerstagmorgen gerade ihr Auto auf dem Hochring in Höhe Klinikum geparkt hatte: Wie Polizeisprecher Thomas Figge auf Anfrage berichtete, wurde die junge Wolfsburgerin am Straßenrand fast von einem umstürzenden Baum erschlagen.

Gegen 7 Uhr knickte Sturmtief Ignatz eine wuchtige Buche um. Der Baum fiel dabei über die gesamte Fahrbahnbreite und begrub zwei am Fahrbahnrand geparkte Fahrzeuge unter sich. Lesen Sie hier mehr über den Unfall in Wolfsburg.

Welche Unwetter-Warnstufen gibt es?

Der DWD unterscheidet zwischen vier Unwetter-Warnstufen. Stufe 1 ist die amtliche Wetterwarnung. Es können demnach Wetterentwicklungen vorkommen, die grundsätzlich nicht ungewöhnlich sind, aber dennoch für Gefahren sorgen können – wie etwa Windböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 50 km/h.

Die amtliche Warnung vor markantem WetterWarnstufe 2 – beschreibt eine gefährliche Wetterentwicklung. Vereinzelt oder örtliche können hier Schäden auftreten. Starke Gewitter mit schweren Sturmböen, Starkregen oder Hagel sind hier Warnkriterien des DWD.

In Warnstufe 3 rechnet der DWD mit einer gefährlichen Wetterlage, bei der „verbreitet Schäden durch das Wetter auftreten“ können. Kriterien der amtlichen Wetterwarnung sind schwere Gewitter mit Hagelschlag, heftigem Starkregen, Orkan- oder orkanartigen Böen (zwischen 105 und 139 km/h) – und gegebenenfalls sogar Tornadogefahr.

Die höchste Unwetter-Warnstufe des DWD ist Stufe 4: die amtliche Warnung vor extremem Unwetter. Sie warnt vor extremem Wetter mit Hagelschlag, extrem heftigem Starkregen oder extremen Orkan- oder orkanartigen Böen von überörtlich mehr als 140 km/h und gegebenenfalls Tornadogefahr. „Die erwartete Wetterentwicklung ist extrem gefährlich. Es können lebensbedrohliche Situationen entstehen und große Schäden und Zerstörungen auftreten“, beschreibt der DWD.

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