Niedersachsens Polizei

Forschungsprojekt: E-Autos bei Polizei bewähren sich

Lesedauer: 3 Minuten
Polizisten fahren in einem E-Quad im Dünenbereich. Inzwischen ist das Quad auf der Nordseeinsel Juist im Einsatz. Der verstärkte Einsatz von E-Autos, E-Motorrädern und E-Pedelecs bei der niedersächsischen Polizei hat sich in einem mehrjährigen Projekt offenbar bewährt.

Polizisten fahren in einem E-Quad im Dünenbereich. Inzwischen ist das Quad auf der Nordseeinsel Juist im Einsatz. Der verstärkte Einsatz von E-Autos, E-Motorrädern und E-Pedelecs bei der niedersächsischen Polizei hat sich in einem mehrjährigen Projekt offenbar bewährt.

Foto: Polizeidirektion Osnabrück / dpa

Hannover.  Bisher waren E-Autos meist für die Verwaltung im Einsatz. Ein Forschungsprojekt hat nun ergeben, dass auch extreme Einsätze gemeistert werden können.

Mit E-Autos werden bei der Polizei nicht nur Verwaltungsfahrten umweltschonender, eine elektrifizierte Flotte kann auch auf Streife oder bei Ermittlungen funktionieren. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojektes, bei dem sich der verstärkte Einsatz von E-Fahrzeugen bei der niedersächsischen Polizei nach Einschätzung der Experten bewährte. Die Möglichkeiten seien sogar weitreichender als angenommen, teilte das Innenministerium am Dienstag in Hannover mit.

Mit einer Flotte von mehreren Tausend Fahrzeugen und teils extremen Anforderungen sei es für die niedersächsische Polizei elementar, sich – soweit möglich – elektrisch zu bewegen, sagte Innenminister Boris Pistorius. Das Projekt „lautlos & einsatzbereit“ habe gezeigt, dass Elektromobilität auch dabei funktioniert, sagte der SPD-Politiker. Die Ergebnisse sind dem Minister zufolge „so etwas wie eine Anleitung für unser zukünftiges Fahrzeugmanagement“.

Beteiligt an dem Forschungsprojekt war auch die TU Braunschweig

Der Schwerpunkt der im September 2016 gestarteten Forschung lag auf den Einsatz- und Streifendiensten sowie Ermittlungsarbeiten. Beteiligt waren neben der Polizei mehrere Institute der Technischen Universität Braunschweig. Das Bundesumweltministerium förderte die Forschung mit 1,3 Millionen Euro, aus dem Verkehrsministerium in Niedersachsen kamen weitere 990.000 Euro hinzu.

„Das Team war in vielen Bundes- und angrenzenden EU-Ländern unterwegs und konnte sogar eine Kooperation mit der Polizei Luxemburg eingehen“, sagte der Braunschweiger Polizeipräsident Michael Pientka. Die Projektmittel ermöglichten der Polizei die Beschaffung von 53 Fahrzeugen und 53 Ladepunkten – davon zwei Schnellladesäulen. Großes Interesse und Anfragen aus anderen Behörden und Organisationen aus Deutschland und den angrenzenden Ländern belegen für die Forscher den Erfolg.

Polizeiautos müssen rund um die Uhr zur Verfügung stehen – und nicht planbare Leistungen bringen

Mit extremen Bedingungen für Polizeifahrzeuge ist gemeint, dass sie rund um die Uhr verfügbar sein müssen. Leistung und nötige Reichweite sind oft nicht planbar, häufige Fahrerwechsel und die Witterung beanspruchen die Fahrzeuge sehr stark. Die Forschungsergebnisse lassen sich den Projektmachern zufolge auch andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie etwa Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und Rettungsdienste übertragen.

Neue Möglichkeiten der E-Mobilität werden bereits in mehreren Bereichen der Polizeiarbeit getestet. Bei der Direktion Osnabrück wurde etwa im Frühjahr der Pedelec-Fuhrpark ausgebaut. Dort rollen insgesamt 46 Pedelecs, 3 Speed-Pedelecs und 3 Elektromotorräder. Auf der Insel Juist ist auch ein E-Quad im Einsatz. 2020 hatte das Innenministerium angekündigt, dass Staatsgäste in Niedersachsen künftig von einer Polizeieskorte mit Elektromotorrädern begleitet werden sollten.

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