Niedersachsen bietet freiwillige Corona-Tests für Lehrkräfte an

Hannover.  Die zwei Corona-Tests stehen den Landesbediensteten in Schulen zur Verfügung, Angestellte wie Hausmeister können das Angebot nicht wahrnehmen.

Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Mitarbeiter an niedersächsischen Schulen können sich freiwillig auf das neuartige Coronavirus testen lassen (Symbolbild).

Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Mitarbeiter an niedersächsischen Schulen können sich freiwillig auf das neuartige Coronavirus testen lassen (Symbolbild).

Foto: Robert Michael / dpa

Bis zu den Herbstferien können sich Lehrkräfte, Schulleitungen und pädagogische Mitarbeiter im Landesdienst Niedersachsen kostenlos auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Das freiwillige Angebot von maximal zwei Tests sei ein weiterer Baustein zur Sicherheit und zum Sicherheitsempfinden der Schulbeschäftigten, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag.

Für die Testungen und Laborauswertungen stelle das Land rund elf Millionen Euro aus dem Sondervermögen zur Bewältigung der Corona-Pandemie bereit. Testen lassen können sich rund 100 000 Landesbedienstete, nicht aber kommunal angestellte Hausmeister oder Sekretärinnen.

So viele Klassen sind von Corona betroffen

Derzeit gibt es laut Ministerium an knapp 50 Schulen im Land coronabedingte Einschränkungen. Der Start in das neue Schuljahr sei aber geglückt, betonte der Minister. 24 Schüler und 4 Lehrer seien bisher positiv getestet worden - dies sei eine geringe Zahl angesichts von mehr als einer Million Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen. Wegen Corona komplett geschlossen ist laut Ministerium lediglich das Artland Gymnasium Quakenbrück. An 48 Schulen gibt es Klassen beziehungsweise Lerngruppen ohne Präsenzunterricht. In neun dieser Schulen wird jeweils ein ganzer Jahrgang zu Hause unterrichtet (Stand 10. September, 9 Uhr).

Bislang gebe es auch keine Hinweise auf Ansteckungen innerhalb der Schule, sagte Tonne. Aus den Schulen werde zurückgemeldet, dass die Hygiene-Regeln wie das Maskentragen auf den Fluren gut eingehalten würden. Die positiv getesteten Schüler hätten sich wohl meist im privaten Umfeld infiziert. „Nach allem was wir wissen, sind unsere Schulen keine Corona-Hotspots“, sagte der Minister.

Mediziner informieren Betroffene

Mit Hilfe der Tests der Bediensteten könne auch herausgefunden werden, ob es unentdeckte Corona-Ausbrüche an Schulen gebe, sagte Tonne. Zur Abwicklung der Corona-Tests haben das Kultusministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) einen Vertrag geschlossen. Über einen geschützten Bereich des Schulportals der Landesschulbehörde können testwillige Lehrkräfte erfahren, bei welchen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sie einen Termin vereinbaren können. Die Mediziner informieren im Fall eines positiven Tests direkt die Betroffenen. Die KVN übermittelt dann anonymisiert an das Ministerium, wie viele Bedienstete pro Gesundheitsamtsbezirk positiv getestet wurden.

Die Kirchengewerkschaft Niedersachsen kritisierte, dass die Kindertagesstätten nicht berücksichtigt worden seien. In Nordrhein-Westfalen könnten sich auch Kita-Beschäftigte freiwillig alle 14 Tage testen lassen, hieß es in einer Mitteilung. „Wir erwarten vom Land Niedersachsen, dass die Regelung aus NRW einfach übernommen wird“, wird darin Vorsitzender Werner Massow zitiert.

Vorrang mit Symptomen

In der vergangenen Woche waren die Labore in Niedersachsen zu 85 Prozent ausgelastet, wie KVN-Hauptgeschäftsführer Thorsten Schmidt berichtete. Hintergrund sei, dass die große Welle der Reiserückkehrer, die sich kostenlos testen lassen konnten, vorbei sein. „Wir werden freie Laborkapazitäten bekommen“, sagte Schmidt. Die Lehrer, die sich testen lassen möchten, müssen keine Covid-19-Symptome haben. Allerdings werde die Testung von Menschen mit Symptomen wieder Vorrang haben müssen, wenn in den nächsten Monaten die Erkältungssaison richtig losgehe, sagte Schmidt.

Wie sieht es in der Region aus?

Seit den Sommerferien werden wieder komplette Klassen unterrichtet, innerhalb definierter Gruppen muss das Abstandsgebot nicht eingehalten werden. Laut Kultusministerium ist derzeit landesweit nur ein Gymnasium im Landkreis Osnabrück von einer coronabedingten Schließung betroffen. An mehreren Schulen mussten einzelne Klassen wegen Corona-Fällen in Quarantäne – unter anderem in Gifhorn und Braunschweig.

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