Polizei sucht bei Clans in Salzgitter und Peine nach Waffen

Goslar.  Unter Leitung der Polizei Goslar werden 21 Objekte in Norddeutschland durchsucht. Auch Drogen werden gefunden.

Informierten die Öffentlichkeit während einer Pressekonferenz in der Polizeiinspektion (PI) Goslar über den von langer Hand vorbereiteten Einsatz (von links): Kriminalrat Christian Priebe, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der PI Goslar, PI-Leiterin Petra Kirschker, Braunschweigs Polizeivizepräsident Roger Fladung und Staatsanwältin Julia Meyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Informierten die Öffentlichkeit während einer Pressekonferenz in der Polizeiinspektion (PI) Goslar über den von langer Hand vorbereiteten Einsatz (von links): Kriminalrat Christian Priebe, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der PI Goslar, PI-Leiterin Petra Kirschker, Braunschweigs Polizeivizepräsident Roger Fladung und Staatsanwältin Julia Meyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Foto: Jürgen Stricker

Stichwaffen, Datenträger und geringe Mengen Betäubungsmittel stellten mehr als 100 Polizisten am Dienstagmorgen bei Durchsuchungen von 21 Objekten in neun Städten und Landkreisen in Norddeutschland sicher. Es kam zu einer vorläufigen Festnahme in Hamburg. Die Aktion unter Leitung der Polizeiinspektion (PI) Goslar stand im Zusammenhang mit Ermittlungen im Clan-Milieu. Hintergrund der großangelegten und zeitgleich an Dutzenden Orten laufenden Dursuchungen – darunter auch Peine und Salzgitter – ist ein Messer-Angriff in Seesen im Landkreis Goslar. Dabei war einem Mann Ende April mit einem spitzen Gegenstand in den Kopf gestochen worden.

Nach versuchtem Totschlag wird Tatwaffe gesucht

Ziel der Dursuchungen war es, sagte Julia Meyer von der Staatsanwaltschaft Braunschweig, die Tatwaffe sicherzustellen. „Es läuft in diesem Zusammenhang ein Ermittlungsverfahren wegen versuchten Totschlags“, sagte die Staatsanwältin während einer Pressekonferenz in der PI Goslar.

„Neben diesem Delikt gab es auch noch zwei weitere Körperverletzungsdelikte“, fügte Petra Kirschker an. „Immer waren dabei Macheten, Messer oder Knüppel im Spiel“, so die Leiterin der PI Goslar weiter. Bürger hätten zwischenzeitlich Sorge gehabt, ob sie sich noch frei und sicher im Raum Goslar bewegen könnten. Seit Mai habe es etliche Fahrzeugkontrollen von verdächtigen Personen gegeben. Dabei hätten die jungen Männer immer Messer, Äxte, Baseballschläger oder vergleichbare Gegenstände mit sich geführt, die geeignet seien, Straftaten damit zu begehen.

Mehr als 100 Polizisten sind im Einsatz

Da es sich bei den Beschuldigten um potenzielle Gewalttäter handelt, liefen die Durchsuchungen zeitgleich und mit einem relativ hohen Aufgebot an Polizisten. Von einer Polizistenzahl im niedrigen dreistelligen Bereich war während der Pressekonferenz die Rede.

Verdächtige gehören zu Mitgliedern verschiedener Clans

Genauere Angaben etwa zur Nationalität und dem Alter der Verdächtigen machte Staatsanwältin Meyer mit Verweis auf die Unschuldsvermutung und wegen einer möglichen Vorverurteilung nicht. Kriminalrat Christian Priebe, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der PI Goslar sagte indes zu den Ermittlungen, die über Monate geführt wurden: „Es ist nicht ein Clan, gegen den ermittelt wird. Bei den Ermittlungen ist klar geworden, dass wir es mit Teilen verschiedener Clan-Familien, ganz unterschiedlichen Ethnien und Nationen zu tun haben.“ Was alle Verdächtigen eine, seien die Gewalttaten. Die Beschuldigten, so PI-Leiterin Kirschker, würden sich alle untereinander kennen.

Eine vorläufige Festnahme in Hamburg

Wo genau es zu Durchsuchungen in Salzgitter und Peine gekommen ist, wollten die Ermittler nicht sagen. Nach Informationen unserer Zeitung ist auch ein Wohnhaus im Peiner Stadtteil Dungelbeck durchsucht worden. Darüber hinaus waren Polizisten in diesem Fall in Goslar, Clausthal-Zellerfeld, Bad Harzburg, Seesen, Osterode, Göttingen, Ilsenburg und Hamburg im Einsatz. Ob es nach der vorläufigen Festnahme eines der Verdächtigen in Hamburg zu einem Haftbefehl kommt, konnte Staatsanwältin Meyer am Dienstag noch nicht sagen.

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