Über 60 Hausdurchsuchungen im rechtsradikalen Milieu

Hannover.  Über 60 Hausdurchsuchungen in 15 Monaten. Das ist die Bilanz der Polizei Niedersachsen, die sich der sich radikalisierenden rechten Szene zuwendet.

Beamten eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei. (Archivbild)

Beamten eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei. (Archivbild)

Foto: Marius Becker / dpa

Die Polizei hat in den vergangenen 15 Monaten in Niedersachsen insgesamt 65 Hausdurchsuchungen bei rechtsradikalen Organisationen oder Einzelpersonen vorgenommen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

In 26 Fällen fanden die Ermittler Sprengstoffe, Waffen oder Brandmittel

Der Antwort beigefügt ist eine Tabelle, nach der in mindestens 26 Fällen zwischen März 2019 und Juni 2020 „Brand-/Sprengmittel, Waffen, etc.“ gefunden wurden. Der NDR hatte am Freitag zuerst berichtet.

„Die vorliegenden Zahlen der Funde bei Hausdurchsuchungen vervollständigen das Bild des Gewaltpotenzials der rechten Szene und sind doch nur ein Ausschnitt. Die Radikalisierung der Szene schreitet fort, ohne dass die Landesregierung adäquate Antworten darauf hat“, sagte Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg.

Ein Zugriff fand auch in Braunschweig statt – bei der verbotenen Gruppe Adrenalin BS

Durchsucht wurden im Bereich der Polizeidirektion Hannover unter anderem Räume der Organisation „Calenberger Bande“. In Braunschweig war die im Juni 2019 aufgelöste Gruppe „Adrenalin BS“ betroffen.

Die Beamten beschlagnahmten an verschiedenen Orten unter anderem eine Hakenkreuz-Flagge, ein gerahmtes Porträt von Adolf Hitler und einen Stahlhelm mit NS-Devotionalien. In mehreren Fällen wurde wegen des Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt.

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