Emsland: Mann stirbt durch Schuss bei Polizeieinsatz

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Ein Polizist hält eine Dienstwaffe der Polizei in einer gestellten Situation in der Hand. (Symbolbild)

Ein Polizist hält eine Dienstwaffe der Polizei in einer gestellten Situation in der Hand. (Symbolbild)

Foto: Friso Gentsch / dpa

Bremen/Twist.  Wie in Twist starb auch in Bremen ein Mann durch den Schuss von Polizisten. In beiden Fällen hatten die Opfer die Beamten mit einem Messer attackiert.

Ein bei einem Polizeieinsatz im emsländischen Twist schwer verletzter Mann ist an seinen Verletzungen gestorben. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte, starb der 23-Jährige am frühen Morgen in einem Krankenhaus. Der Leichnam solle nun obduziert werden.

Gegen den Beamten, der den Schuss abgab, wurde ein Verfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Es deute bislang aber nichts darauf hin, dass der Schuss unverhältnismäßig gewesen sei.

Dem Mann sei am Donnerstag bei einem Einsatz von einem Polizisten in den Oberschenkel geschossen worden, so die Staatsanwaltschaft. Er soll mit einem Messer bewaffnet mehrere Personen in einer Arztpraxis und einem Wohnhaus bedroht und angegriffen haben. Auch auf die herbeigerufenen Polizeibeamten sei der Mann losgegangen. Er sei bereits wegen Gewaltdelikten strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Ähnlicher Fall in Bremen: 54-Jähriger stirbt nach Schuss von Polizisten

Der 54-Jährige, der in Bremen von einem Polizisten erschossen wurde, soll den Beamten zuvor mit einem Messer angegriffen haben. Das teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Freitagmorgen mit.

Videos zeigten den Angriff auf den Beamten und dass dieser mit seiner Kollegin vorher vergeblich versucht habe, die Situation durch Ansprache zu entschärfen. Der Vorfall sei daher nicht „im Zusammenhang mit den jüngst geführten gesellschaftlichen Diskussionen“ zu betrachten. Fälle von Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA hatten zuletzt weltweit zu Protesten geführt.

Landeschef der Polizeigewerkschaft: „Ziel ist immer, nicht schießen zu müssen“

„Ziel ist es immer, nicht schießen zu müssen. Aber manchmal ist es eben doch unvermeidbar“, sagte GdP-Landeschef Lüder Fasche. Die Polizei Bremen verwies am Freitagmorgen zu dem Vorfall auf die Staatsanwaltschaft. Diese hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, sie werde sich erst im Laufe des Freitags dazu äußern.

Der 54-Jährige war an einer großen Wohnanlage im Stadtteil Gröpelingen erschossen worden. Zu den Hintergründen machte die Polizei bisher keine Angaben, widersprach aber Berichten, es habe sich um eine Wohnungsräumung gehandelt. Es wird intern ermittelt. /dpa

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