„Ein Harz“ fordert, Brocken wieder für Gäste zu öffnen

Harz.  Das Harzer Wahrzeichen ist seit dem 2. Mai für Besucher aus anderen Bundesländern als Sachsen-Anhalt gesperrt. Ende Mai soll es nun wieder öffnen.

Ein geöffneter Kiosk am Bahnhof Brocken. Hier sind derzeit nur Besucher aus Sachsen-Anhalt erlaubt.

Ein geöffneter Kiosk am Bahnhof Brocken. Hier sind derzeit nur Besucher aus Sachsen-Anhalt erlaubt.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Der Brocken, mit 1.141 Metern der höchste Berg in ganz Norddeutschland und zugleich das Harzer Wahrzeichen, ist im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie seit dem 2. Mai für Besucher aus anderen Bundesländern als aus Sachsen-Anhalt gesperrt. Frank Uhlenhaut von der Ein Harz GmbH appellierte an die Landesregierung, die Sperrung des Brockens schnellstmöglich rückgängig zu machen. Wie später bekannt wurde, will Sachsen-Anhalt zum Ende des Monats Mai seine Grenzen tatsächlich öffnendann wäre auch der Brocken wieder für Gäste geöffnet.

Uhlenhauts Auffassung nach sei die Untersagung von touristischen Reisen und Ausflügen nach Sachsen-Anhalt alles andere als „echt schön“, teilte die Ein Harz GmbH in einer Presseerklärung mit. Damit spielt Uhlenhaut auf eine ganzseitige Werbeanzeige der Landestourismusgesellschaft von Sachsen-Anhalt an. Am vergangenen Freitag veröffentlichte diese in der Volksstimme einen Aufruf zum Besuch des Bundeslandes mit dem Slogan „Echt schön ist unser Land“. Die Werbebotschaft mit den weiteren Worten „Echt grün und endlich wieder voller Möglichkeiten. Die zu erleben, liegt für Sie echt nah. Besuchen Sie unser Sachsen-Anhalt – auf kurzem Weg mit Rad, Bahn oder Auto. Ihre Gastgeber und Freizeitanbieter freuen sich echt darauf“, stehe laut Frank Uhlenhaut im krassen Widerspruch zur Verordnung der Landesregierung. Denn laut dieser ist nach wie vor der Besuch des Brockens unter anderem auch für Gäste aus Niedersachsen oder Thüringen nicht erlaubt.

„Nach den Erfahrungen der letzten Zeit gehen die Menschen umsichtig und sehr verantwortungsvoll mit den Abstands- und Hygieneregeln um, so dass es auch auf dem Harzer Wahrzeichen nicht zu großen Menschenansammlungen kommen sollte“, argumentiert Uhlenhaut. „Wir kämpfen gerade auch in diesen Zeiten für ,Ein Harz’ – und von daher stehen wir ganz klar auf der Seite des Harzklub-Hauptverbandes“.

Dr. Oliver Junk, Oberbürgermeister von Goslar und Präsident des Harzklub-Hauptverbands, ist nach wie vor der Auffassung, dass das Sperren von Wanderwegen keine gute Maßnahme gegen Corona sei. „Der Harz ist nicht nur Ausflugsziel für die Großstädter, er ist vor allem Lebensraum von über 500.000 Menschen. Für die darf es im Jahr 30 nach dem Mauerfall keine Grenzen im Wald geben“, so Dr. Junk.

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