Mehr judenfeindliche Straftaten in Niedersachsen

Hannover.  Die Polizei Niedersachsen hat im vergangenen Jahr mehr judenfeindliche Straftaten bearbeitet als noch in den Vorjahren – insgesamt 172 Fälle.

Ein Mann mit Kippa steht vor einer Synagoge mit Menschenkette. In Niedersachsen ist die Zahl der Ermittlungen zu judenfeindlichen Straftaten im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen.

Ein Mann mit Kippa steht vor einer Synagoge mit Menschenkette. In Niedersachsen ist die Zahl der Ermittlungen zu judenfeindlichen Straftaten im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Die Polizei hat im vergangenen Jahr wegen deutlich mehr judenfeindlicher Straftaten in Niedersachsen ermittelt als in den Vorjahren. Insgesamt wurden 172 Ermittlungen gezählt – in den drei Jahren zuvor waren es jeweils 119 bis 127 Fälle. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor.

Anzahl der Ermittlungen wegen judenfeindlicher Straftaten ist 2019 gestiegen

Die Staatsanwaltschaften leiteten demnach 203 Verfahren zu Fällen mit antisemitischen Motiven ein. Die automatisierte Erfassung dieses Motivs gibt es erst seit Juli 2018: Im zweiten Halbjahr kamen damals 64 entsprechende Verfahren zusammen.

Seit rund drei Monaten hat Niedersachsen mit Franz Rainer Enste einen Antisemitismus-Beauftragten, der jüdisches Leben schützen soll. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Michael Fürst, sagte im November, er glaube, dass antisemitische Straftaten früher häufig nicht als solche eingeordnet worden seien.

Zentralratspräsident Schuster: Heute mehr antisemitische Botschaften gegen Juden

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hatte vor wenigen Tagen berichtet, dass der Zentralrat heute mehr antisemitische Botschaften bekomme als früher. Allerdings habe er nach dem rechtsextremen Attentat von Halle auch sehr viele Solidaritätsbekundungen bekommen, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“. dpa

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (2)