Landeselternrat-Chef legt Amt wegen Hate Speech nieder

Hannover.  Nach zwei Jahren legt Mike Finke sein Amt als Chef des niedersächsischen Landeselternrates nieder. Als Grund nennt er Hass und Hetze im Netz.

Als Finke Lehrer aufforderte, positiver über ihre Arbeit zu berichten, löste er eine große Kontroverse aus.

Als Finke Lehrer aufforderte, positiver über ihre Arbeit zu berichten, löste er eine große Kontroverse aus.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Wegen der zunehmenden Anfeindungen und Hassbotschaften im Internet hat der Chef des Landeselternrats, Mike Finke, sein Amt niedergelegt. Bei Verleumdungen, Hass und Hetze sei inzwischen „ein hinnehmbares Maß“ überschritten, erklärte er im Newsletter „Dialog“.

„Alles hat Grenzen“

„Auch der Landeselternrat ist von dieser Veränderung in der Gesellschaft nicht verschont geblieben“, schrieb Finke. Er habe die Arbeit in der Organisation gern gemacht – „aber bekanntlich hat alles Grenzen“. Mit Blick auf Online-Beschimpfungen meinte er: „Letzteres bin ich nicht mehr bereit hinzunehmen.“ Zuvor hatte der „Rundblick“ über das Thema berichtet.

„Gift für unsere Gesellschaft“

Der 42-Jährige war rund zwei Jahre lang Vorsitzender der niedersächsischen Elternorganisation. Hassbotschaften im Netz seien „Gift für unsere Gesellschaft“, erklärte er. „Gesellschaft hat sich auch ohne soziale Medien sicher schon in der Weise geäußert, dass Menschen verunglimpft wurden, dies aber nicht in der Form von Öffentlichkeit. Unter Nutzung von sozialen Medien aber hat diese Unart viel weitreichendere Folgen.“

Finke hatte Kontroverse ausgelöst

Im August hatte Finke angesichts des Lehrkräftemangels an die Pädagogen appelliert, ihren Beruf positiver zu sehen – dies hatte auch Kontroversen ausgelöst. „Das ist auch selbst gemachtes Leid: Das ständige Klagen über zu viel Arbeit für zu wenig Geld schreckt Abiturienten ab, sich für den Beruf zu entscheiden“, sagte Finke der dpa. Im Vergleich zu anderen Landesbediensteten wie etwa Polizisten, die bei Einsätzen Gefahren auf sich nähmen, seien Lehrer gut gestellt. Er forderte eine Imagekampagne für den Beruf. dpa

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