Hebammen an der Ostfalia

Braunschweig.  Die Hochschule will nun wohl doch den neuen Studiengang anbieten – als einer von fünf Standorten in Niedersachsen.

Eine Hebamme tastet den Bauch einer Frau ab, die im neunten Monat schwanger ist.

Eine Hebamme tastet den Bauch einer Frau ab, die im neunten Monat schwanger ist.

Foto: Caroline Seidel / dpa

Die Chancen auf eine akademische Hebammen-Ausbildung auch in der Region steigen. „Das Signal der Ostfalia, ab 2021 einen Studiengang in Hebammenwissenschaften anbieten zu wollen, kommt gerade zur rechten Zeit“, erklärte die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Schütze für die regionalen SPD-Landtagsabgeordneten nach einem Treffen mit der Spitze der Hochschule. „Wir sind bereit, einen solchen Studiengang anzubieten, wenn die Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige Ausbildung gesichert werden können“, erklärte die Präsidentin der Ostfalia, Rosemarie Karger, unserer Zeitung. Dazu führe man intensive Gespräche mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Vertretern der Politik und den jetzigen Ausbildungsträgern wie Hebammenschulen und Kliniken.

Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) hatte Ende August die Pläne des Landes zur Akademisierung der Hebammenausbildung vorgestellt. Hintergrund sind Vorgaben der EU und des Bundes. Start soll in Niedersachsen zum Wintersemester 2020/2021 sein. Das Studium soll danach „schrittweise“ an vier Hochschulstandorten aufgebaut werden: in Osnabrück, Hannover, Göttingen und Oldenburg. Um einen fünften Standort in der Region Braunschweig hatte es ein Tauziehen gegeben. „Die Ostfalia kann aus dem Stand heraus nicht sofort die Hebammenausbildung sicherstellen“, hatte Thümler seinerzeit erklärt. Er hatte die Tür für die Hochschule aber ausdrücklich offengelassen. „Der Pflegecampus der Ostfalia in Wolfsburg bietet optimale Voraussetzungen für ein praxisnahes Studium der Hebammenwissenschaften“, erklärte nun die Wolfsburger SPD-Abgeordnete Immacolata Glosemeyer. Die Schließung der Hebammenschule in Braunschweig drohe bisher, das Defizit an Geburtshelferinnen zu verschärfen, so die Abgeordneten.

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