Braunschweiger Landesbischof will gegen AfD demonstrieren

Braunschweig.  Die evangelische Landeskirche unterstützt damit das „Bündnis gegen Rechts“. Meyns sagt: Die AfD entferne sich immer mehr von demokratischen Werten.

Landesbischof Christoph Meyns kündigt für den 30. November eine Andacht an. Auch bei der Abschlusskundgebung des „Bündnisses gegen Rechts“ will er dabei sein.

Landesbischof Christoph Meyns kündigt für den 30. November eine Andacht an. Auch bei der Abschlusskundgebung des „Bündnisses gegen Rechts“ will er dabei sein.

Foto: Archivfoto: Geraldine Oetken

Die evangelische Landeskirche wird sich den angekündigten Protesten im Umfeld des AfD-Bundesparteitags in Braunschweig anschließen. Das kündigte Landesbischof Christoph Meyns in einer Pressemitteilung an. Der Parteitag wird Ende November in der VW-Halle stattfinden. Meyns, der höchste Vertreter der evangelischen Kirche in unserer Region, zeigt sich mit Blick auf die Entwicklung der Partei besorgt. Führende Vertreter der AfD hätten sich zunehmend in einer Weise geäußert, „die von völkischem Denken, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geprägt ist“, erklärte er. Damit drohe die Partei sich nicht nur von den Grundlagen unserer Demokratie, sondern auch von einem christlichen Menschenbild zu entfernen. „Als Kirche treten wir für eine menschenfreundliche und weltoffene Stadt ein“, heißt es in der Erklärung weiter.

Mittagsandacht im Braunschweiger Dom geplant

Vor diesem Hintergrund lädt Meyns am 30. November zu einer Mittagsandacht (12 Uhr) in den Braunschweiger Dom und will im Anschluss daran auch an der Abschlusskundgebung auf dem Schlossplatz teilnehmen. Zu dieser hatte das „Bündnis gegen Rechts“ um Organisator David Janzen aufgerufen. Gewerkschaften, politische Parteien sowie Vertreter von Vereinen und Bürgerinitiativen sind in dem Zusammenschluss organisiert. Die Veranstalter rechnen mit mindestens 5000 Teilnehmern. Die Teilnahme an der Kundgebung begründete Meyns mit den Zielen des Protestes. „Gerechtigkeit, Wertschätzung, Gleichberechtigung und Solidarität entsprechen einer Kultur der Aufmerksamkeit, die wir unterstützen müssen, damit unser Land seinen demokratischen und humanen Grundlagen verpflichtet bleibt.“

Die wichtigsten Infos zum AfD-Bundesparteitag in Braunschweig

Der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes Braunschweig, Frank Oesterhelweg, will sich mit Verweis auf andere Demonstrationsteilnehmer nicht den Protesten gegen die AfD anschließen. „Es macht für mich keinen Sinn, mit Extremisten wie den Linken gegen andere Extremisten zu demonstrieren“, hatte er in einem Interview mit unserer Zeitung gesagt. Das hatte heftigen Widerspruch ausgelöst, unter anderem vom Wolfenbütteler Bundestagsabgeordneten Victor Perli (Die Linke). Er sagte mit Blick auf die Äußerungen Oesterhelwegs: „Die Nazis kamen 1933 nicht an die Macht, weil sie so stark, sondern weil ihre Gegner zu schwach und zu zerstritten waren.“ Die Regions-CDU mache in dieser Frage einen schweren Fehler.

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