Streit um Logo der VW-Halle – AfD keilt gegen VW-Betriebsrat

Braunschweig.  Wenn die AfD ihren Bundesparteitag in der VW-Halle abhält, soll nach Willen des Autobauers der Name Volkswagen verdeckt sein. Die AfD reagiert scharf.

Die Volkswagen-Halle in Braunschweig. Wenn die AfD Ende November ihren Bundesparteitag in der Braunschweiger Volkswagen-Halle abhält, soll nach Willen des Autobauers der Name Volkswagen an der Halle verdeckt werden.

Die Volkswagen-Halle in Braunschweig. Wenn die AfD Ende November ihren Bundesparteitag in der Braunschweiger Volkswagen-Halle abhält, soll nach Willen des Autobauers der Name Volkswagen an der Halle verdeckt werden.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Mit scharfen Worten hat die niedersächsische AfD-Landtagsfraktion auf die Initiative des VW-Betriebsrats reagiert, beim Bundesparteitag Ende November in Braunschweig den Schriftzug „Volkswagen“ an der Halle verdecken zu lassen. Dana Guth, Fraktionsvorsitzende im Niedersächsischen Landtag, teilte in einer Pressemitteilung mit: „Damit diffamiert der VW-Betriebsrat tausende Mitglieder der AfD und Millionen ihrer Wähler.“ Guth fügte hinzu: „Diese Menschen werden sich bei ihrem nächsten Autokauf sicherlich gut überlegen, ob es ein Polo, Golf oder Passat sein soll oder lieber das Konkurrenzprodukt von Herstellern, die den demokratischen Wettbewerb respektieren und keine scheinheilige Doppelmoral pflegen.“

Belegschaft von Volkswagen hat klare Forderung

Der VW-Betriebsrat hatte seinen Vorstoß mit den politischen Ansichten der Rechtsaußen-Partei begründet. „Diese Partei stellt sich eindeutig gegen Werte unseres Konzerns wie Respekt, Vielfalt, Toleranz und partnerschaftliches Miteinander“, erklärte der Sprecher des VW-Betriebsrats, Heiko Lossie. „Als Belegschaftsvertretung von Volkswagen haben wir daher eine klare Forderung: Wir dulden keine AfD-Versammlung in einer Halle, die als „Volkswagen Halle“ ersichtlich ist“, so Lossie weiter. VW ist nicht Eigentümer der Halle. Deren Vermarktung liegt in der Verantwortung der Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft, einer hundertprozentigen Tochter der Stadt Braunschweig.

AfD spricht von Doppelmoral

Doppelmoral definiert die AfD in ihrer Mitteilung wie folgt: „Während der VW-Betriebsrat Millionen um ihr Land besorgte Deutsche schmäht, betreibt das Unternehmen 23 Produktionsstandorte in der ,Volksrepublik’ China. Diese lupenreine Diktatur stellt gerade in Hongkong unter Beweis, was sie von Demokratie hält. Werden in Shanghai, Changchun oder Foshan auch demnächst Logos und Schriftzüge abgedeckt? Oder fühlt man sich den roten Ideologen dafür allzu sehr verbunden, da man beim VW-Betriebsrat das gleiche totalitäre Gedankengut pflegt?“

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