Niedersächsische Ministerin Reimann lehnt Impfpflicht ab

Hannover.  Trotz steigenden Maserfällen lehnt die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann eine Impfpflicht für Kindergärten und Schulen ab.

Für Ministerin Carola Reimann begründet die steigende Anzahl der Masernfälle  keine Impfpflicht für Kindergärten und Schulen.

Für Ministerin Carola Reimann begründet die steigende Anzahl der Masernfälle keine Impfpflicht für Kindergärten und Schulen.

Foto: Peter Sierigk

Trotz einer gestiegenen Zahl von Masernfällen lehnt Gesundheitsministerin Carola Reimann die Einführung einer Impfpflicht für Kindergarten- und Schulkinder in Niedersachsen vorerst ab. Über diesen Schritt solle erst dann diskutiert werden, wenn es langfristig zu einer Verschlechterung der derzeitigen Situation komme, sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

„Einschränkung der Selbstbestimmung“

"Eine gesetzliche Impfpflicht greift stark in die Selbstbestimmung ein und bedarf daher einer besonderen Begründung.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich kürzlich für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen ausgesprochen. Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hält dies für sinnvoll.

Masern zählen in Deutschland zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten. Die Viren werden von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen übertragen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen. Fast jeder Kontakt führt zu einer Ansteckung, wenn ein Mensch nicht gegen Masern geimpft ist - sogar auf mehrere Meter Entfernung.

Schon vor Ausbruch hoch ansteckend

Schon fünf Tage vor dem typischen roten Hautausschlag sind Infizierte ansteckend. Nach grippeähnlichen Anzeichen wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen folgt Tage später der Ausschlag und das Fieber steigt erneut. Masern schwächen das Immunsystem. Daher können Bronchitis, Mittelohr- oder Lungenentzündungen die Folge sein, selten auch eine Gehirnentzündung.

Schwere Folgeschäden möglich

Daran sterben bis zu 20 Prozent der Betroffenen. Bei fast einem Drittel bleiben schwere Folgeschäden wie geistige Behinderung oder Lähmungen zurück. Eine Therapie gegen Masern gibt es nicht. Möglich ist nur eine Behandlung der Krankheitsanzeichen wie Fieber. Antibiotika sind gegen Viren-Erkrankungen wirkungslos. Der Impfstoff wird aus abgeschwächten Masernviren hergestellt. dpa

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