Tierheime in Niedersachsen vermitteln vor Weihnachten keine Tiere

Braunschweig.  Weil sich die Begeisterung bei Kindern nach der Bescherung schnell legt, vermitteln Tierheime in Niedersachsen und Bremen vor dem Fest keine Tiere.

Kein kleiner Hund unterm Baum: Tierheime in Niedersachsen vermitteln ihre Bewohner auch in diesem Jahr kurz vor und nach Weihnachten nicht an neue Herrchen.

Kein kleiner Hund unterm Baum: Tierheime in Niedersachsen vermitteln ihre Bewohner auch in diesem Jahr kurz vor und nach Weihnachten nicht an neue Herrchen.

Foto: Rainer Jensen / dpa

Vor Weihnachten vermitteln die Tierheime in Niedersachsen und Bremen keine Tiere. „Wir wollen dadurch verhindern, dass Tiere als Geschenk unterm Weihnachtsbaum sitzen“, sagte die Leiterin des Braunschweiger Heims, Verena Geißler.

„Tier bewusst zulegen“

Gerade Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Wellensittiche sind nach wie vor als Geschenke für Kinder beliebt. Doch wenn sich die anfängliche Begeisterung gelegt hat, landen viele davon im Tierheim. „Ein Tier sollte man sich nur ganz bewusst zulegen“, sagte Dieter Ruhnke vom Landestierschutzverband Niedersachsen. „Als Überraschungsgeschenk zu Weihnachten ist es absolut ungeeignet.“ Deshalb geben alle 74 Einrichtungen in Niedersachsen, die Mitglied in dem Verband sind, in den Tagen vor und nach Weihnachten keine Tiere ab.

„Gerade zu dieser Zeit ist viel Trubel im Haus und ein Tier braucht Eingewöhnungszeit“, sagte die Leiterin des Tierheims Hannover, Doris Peterek. Die Knallerei zu Silvester verunsichere die Tiere zusätzlich. Das Bremer Tierheim hat mit dem Vermittlungsstopp rund um die Feiertage in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht. Im neuen Jahr würden dadurch nicht mehr so viele Tiere abgegeben, sagte Sprecherin Gabriele Schwab. „Früher konnte man Heiligabend losfahren und die ausgesetzten Tiere einsammeln.“

Geschäfte schließen sich an

Auch viele Geschäfte würden inzwischen keine Tiere mehr vor den Feiertagen verkaufen. Viele der lebenden Geschenke landen nach den Erfahrungen der Tierheime nicht direkt nach Weihnachten bei ihnen, sondern einige Zeit später. „Die allermeisten Hunde erst, wenn der Urlaub zu Ende ist und der Alltag naht“, hat Peterek festgestellt.

Im Braunschweiger Tierheim kommen vor allem im Februar und März die meisten geschenkten Tiere an. Dann habe der Reiz nachgelassen und die Kinder bemerkt, dass ein Tier viel Arbeit mache, sagte Geißler. Geschlossen haben die Tierheime vor Weihnachten und in den Tagen danach jedoch nicht. Interessenten können auch in der Zeit vorbeikommen und sich ein Tier aussuchen - doch abholen können sie es erst im neuen Jahr.

Im Bremer Tierheim finden im Januar deshalb besonders viele Tiere ein neues Zuhause. Denn über die freien Tage rund um den Jahreswechsel hätten die Leute Zeit, sich ernsthaft Gedanken zu machen, ob sie sich ein Tier anschaffen wollten, sagte Schwab. dpa

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