Gauß-Medaille für früheren Bundesverfassungsrichter

Braunschweig  Die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft zeichnet Paul Kirchhof aus. Er habe die Rechtssprechung in Deutschland nachhaltig beeinflusst.

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof.

Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof.

Foto: Matthias Balk/dpa

Der Verfassungs- und Steuerrechtler Paul Kirchhof erhält am 15. Juni in Braunschweig die undotierte Carl-Friedrich-Gauß-Medaille. Der 75-jährige frühere Bundesverfassungsrichter werde damit unter anderem für seine Verdienste auf den Gebieten des Staats-, Verfassungs- und Europarechts gewürdigt, teilte die Braunschweigische Wissenschaftliche Gesellschaft mit. Sie verleiht die Medaille jährlich für herausragende wissenschaftliche Leistungen.

Kirchhof habe über Jahrzehnte mit seinen Veröffentlichungen zu den Grundlagen des demokratischen Rechts- und Verfassungsstaates Deutschlands und des Finanz- und Steuerwesens die rechtswissenschaftliche Forschung angeregt, hieß es. Auch habe er die Rechtsprechung höchster Gerichte nachhaltig beeinflusst: „Wie kaum ein anderer Staatsrechtslehrer liefert Paul Kirchhof zu staatsrechtlichen Grundsatzproblemen ebenso wie zu aktuellen juristischen Streitfragen gewichtige Beiträge, die nicht nur die eigene Fachdisziplin beschäftigen und bereichern, sondern auch in die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hineinwirken.“

Der in Osnabrück geborene Kirchhof absolvierte sein juristisches Studium in Freiburg und München. Im Jahr 1974 habilitierte er sich an der Universität Heidelberg. Später wurde er dort Direktor des Instituts für Finanz- und Steuerrecht und leitete von 2000 bis 2001 die Forschungsstelle Bundessteuergesetzbuch. Von 1987 bis 1999 war er Richter am Bundesverfassungsgericht. Unter seiner Einwirkung entstand der oft beachtete Auftrag an den Gesetzgeber, Betreuungs- und Erziehungskosten von Kindern beim Existenzminimum steuerlich zu berücksichtigen.

epd

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder