„Ich werde umsetzen, was ich in Braunschweig lernte“

Braunschweig  Dieter Jahn wird Präsident der TU Hamburg.

Professor Dieter Jahn, Vizepräsident der TU Braunschweig.

Professor Dieter Jahn, Vizepräsident der TU Braunschweig.

Foto: TU

Am 1. April 2017 wird der Präsident der TU Braunschweig, Professor Jürgen Hesselbach (67), aller Voraussicht nach sein Amt niederlegen. Am selben Tag dürfte sein Vizepräsident, Professor Dieter Jahn, sein neues Amt antreten – allerdings nicht als Präsident der TU Braunschweig, sondern der TU Hamburg.

Doch das eine habe mit dem anderen nichts zu tun, versichert Jahn: „Die Suche nach einem Nachfolger in Braunschweig lief schon, als ich von einer Agentur wegen Hamburg angesprochen wurde.“ Seinen Freund Jürgen Hesselbach habe er nicht beerben wollen: „Ich hätte dann vor allem umgesetzt, was er aufs Gleis gesetzt hat. Ich hätte der Hochschule schwer meinen eigenen Stempel aufdrücken können.“ Hesselbachs designierten Nachfolgerin, der aus Berlin kommenden Anke Kaysser-Pyzalla, die anders als Jahn nicht bereits seit Jahren im Präsidium der TU Braunschweig mitgearbeitet habe, sei das eher möglich.

Jahn hat sich stattdessen entschieden, seine Erfahrungen aus Braunschweig an einer anderen Universität einzubringen. „Ich habe hier gelernt, wie man Geld für ein Forschungszentrum einholt und wie man mit außeruniversitären Einrichtungen kooperiert“, sagt Jahn. Der Mikrobiologe war maßgeblich an der Gründung des Zentrums für Systembiologie (Brics) zusammen mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) beteiligt. „Die TU Hamburg will expandieren. Mich reizt es, den Ausbau vor allem der technischen Bereiche kreativ umzusetzen“, beschreibt Jahn seine künftige Aufgabe.

Jürgen Hesselbach würde Jahns Weggang, sollte er sich mit der Wissenschaftsbehörde Hamburg einigen, nach eigenen Worten sehr bedauern. „Das Brics ist sein Kind. Er hat es zum Laufen gebracht“, sagt Hesselbach. Doch: „Zugleich bin ich stolz, dass jemand aus meinem Präsidium nun Präsident einer anderen Universität wird. Das zeigt, dass man außerhalb Braunschweigs darauf aufmerksam geworden ist, was hier geleistet wird.“ Die TU Hamburg werde von Jahns Erfahrung profitieren. „Die entstehende Konkurrenz für die TU Braunschweig gefällt mir natürlich weniger gut“, scherzt Hesselbach.

Jahn wohnt seit 17 Jahren in der Region und hat seine Kinder hier großgezogen. Für die neue Aufgabe wird der 57-Jährige mit seiner Frau nach Hamburg ziehen.

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