Alstom in Salzgitter baut die Züge für die Regiobahn

Salzgitter  Alstom in Salzgitter baut für neue Regiobahn-Linien von Wolfsburg über Braunschweig nach Hildesheim und über Gifhorn nach Hannover 20 Elektrozüge.

Der in Salzgitter gebaute Coradia Continental fährt ab 2015 zwischen Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg sowie von dort nach Hannover.

Der in Salzgitter gebaute Coradia Continental fährt ab 2015 zwischen Hildesheim, Braunschweig und Wolfsburg sowie von dort nach Hannover.

Foto: Alstom

Die „Regiobahn 2014+“ wird nicht nur durch unsere Region rollen – es werden auch Züge aus unserer Region die Fahrgäste transportieren. Alstom in Salzgitter erhält den Auftrag zum Bau von 20 Elektrozügen zum Preis von 106 Millionen Euro. Heute wird der Vertragsabschluss in Salzgitter mit politischer Prominenz gefeiert.

Die neuen Züge werden ab Dezember 2015 auf den Linien Hildesheim-Braunschweig-Wolfsburg und Wolfsburg-Gifhorn-Hannover verkehren. Käufer ist die vom Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) gerade gegründete Fahrzeugpool-GmbH.

Alstom, dessen Zentrale in Levallois-Perret bei Paris liegt, setzte sich nach Informationen unserer Zeitung gegen drei Konkurrenten durch. Gestern lief die Einspruchsfrist ab, in der die anderen Zughersteller gegen das Bieterverfahren hätten vorgehen können – es blieb unangefochten.

Außerdem ging gestern der Förderbescheid des Landes ein – dieses legt das Geld für die Züge aus. Damit steht fest, dass die 20 Züge des Typs Coradia Continental in Salzgitter gebaut werden. „Ja, es gibt den Auftrag“, bestätigte Alstom-Sprecher Waldemar Oldenburger.

Die Nachricht, die heute in Salzgitter in Anwesenheit von Ministerpräsident David McAllister und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gefeiert werden soll, birgt einige Überraschungen:

• Das Land steuert für das „Regionalbahnkonzept 2014+“ erstens 100 Millionen Euro für den Diesel-Schienen-Nahverkehr bei. Zweitens sollte es weitere 100 Millionen Euro als Darlehn für die bei Alstom georderten Elektrozüge geben – diesen Betrag erhöht das Land auf 106 Millionen.

• Durch die Erhöhung des Förderbetrags kauft die ZGB-GmbH nun 20 statt der bisher geplanten 19 Elektrozüge. ZGB-Direktor Hennig Brandes begründete das auf Nachfrage mit einem gestiegenen Bedarf: „Schon jetzt sieht man, dass sich die Fahrgastzahlen besser entwickeln als es die vorsichtigen Prognosen erwarten ließen.“

• Alstom bekam den Zuschlag auch, weil es bereits über eine Zugwartungs-Station in der Region verfügt und diese nicht neu aufbauen muss. Die Zugwerkstatt in der Braunschweiger Borsigstraße soll nun zum „Nationalen Kompetenzzentrum für Service und Wartung“ von Regionalzügen ausgebaut werden – damit wird das Profil der hiesigen „Verkehrskompetenzregion“ weiter geschärft.

Björn Gryschka vom Fahrgastverband Pro Bahn lobte gestern die Entscheidung: „Die Fahrgäste können sich auf einen kundenfreundlichen Zug freuen.“

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