Ein Abend dichter Gefühle

Clausthal-Zellerfeld  Piano-Star Arcadi Volodos besticht mit Ernsthaftigkeit.

Pianist Arcadi Volodos bei seinem Konzert in Clausthal.

Pianist Arcadi Volodos bei seinem Konzert in Clausthal.

Foto: Noah Vinzens

Ein Star ganz ohne Show und Allüren, der sich verinnerlicht nur seiner Musik widmet: Arcadi Volodos erwies sich bei seinem Harz-Classix-Konzert im Pulverhaus der Clausthaler Firma Sympatec als Interpret, dem nur die in der Musikentwickelten Gefühle wichtig sind.

In Schumanns „Papillons“ nimmt er sich Zeit. Mit seinem mal schwelgerischen, mal aufbrausenden Klang lässt er dem Zuhörer keine andere Wahl, als gebannt zu lauschen. Seine pianistische Handschrift ist vom ersten Ton an unverkennbar. Das Klavier klingt bei ihm nicht einfach nach Klavier, es klingt nach Volodos. Technik ist für ihn nur das Mittel zum Zweck. Vor allem die sanfte Art, die er perfekt beherrscht, ist faszinierend. Man fragt sich, wie er bei aller Sanftheit – die Tasten an den erforderlichen Stellen manchmal nur antupfend – so gut artikulieren kann.

Im Finale der „Papillons“ kommt dann das berühmte musikalische Zitat des Kinderlieds „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach“. Hier beweist Volodos einmal mehr den Mut zur Freiheit. Nimmt viel Pedal und lässt das Lied damit wie eine Erinnerung in der Ferne erklingen.

Aufwühlend und in starkem Kontrast zum Schumann wirkt dann der Start der acht Klavierstücke von Johannes Brahms. Das zweite Stück, ein Capriccio, kommt bei Arcadi Volodos fasst jazzig herüber. So, als würde ihm selbst die Musik erst in diesem Moment auf eine spontan-geniale Art einfallen. Die typisch gewaltigen Brahms’schen Akkorde bringt er mühelos an.

Zum Abschluss dann die berühmte A-Dur-Sonate von Franz Schubert. Den vielen Läufen im ersten Satz gibt der Pianist auf eindrucksvolle Weise immer eine Richtung - hin zu den gesanglichen Stellen, die Schuberts Musik vor allem ausmachen. Wie ein leises Klagelied und passend getragen gespielt, erklingt dann der zweite Satz. Tänzelnd und frech gestaltet Volodos den dritten. Im letzten Satz zeigt er dann noch einmal die gesamte Palette seines Könnens, bringt jede einzelne – sich fast fugenartig überschneidende – Stimme heraus. Viel Applaus und vier Zugaben beenden dieses beeindruckende Konzert. Applaus, Zugabe (eine spanische Malaguena), dann Ovationen.

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