Niedersachsen plant 50-Millionen-Euro-Hilfe für Veranstalter

Hannover.  Das kündigte ein Sprecher von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann gegenüber unserer Zeitung an. Auch den Kinos soll geholfen werden.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will die massiv unter den Corona-Einschränkungen leidende Veranstaltungsbranche mit 50 Millionen Euro unterstützen.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will die massiv unter den Corona-Einschränkungen leidende Veranstaltungsbranche mit 50 Millionen Euro unterstützen.

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Die niedersächsische Landesregierung will Umsatzausfälle der Veranstaltungswirtschaft aufgrund der Corona-Krise mit 50 Millionen Euro „abmildern“. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann werde Details in Kürze bekannt geben, sagte sein Sprecher Eike Frenzel gegenüber unserer Zeitung. „In diesem Rahmen sollen auch die niedersächsischen Kinos unterstützt werden“.

Zur Situation der knapp 180 Filmtheater zwischen der Nordsee und Göttingen erklärte Frenzel weiter: „Schon vor der Corona-Pandemie stand die Branche durch die Konkurrenz etwa von Streamingdiensten vor massiven Herausforderungen. Wir wissen, dass 2020 weniger als die Hälfte an Tickets gegenüber 2019 verkauft wurden. Durch die Kurzarbeiterregelung und die staatlichen Unterstützungsmaßnahmen wird man erst 2021 die Folgen bewerten können.“

Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe klagt gegen das Infektionsschutzgesetz

Der Kinounternehmer Hans-Joachim Flebbe, der zehn Filmtheater in sieben deutschen Städten betreibt, darunter auch das Astor-Kino Braunschweig, klagt unterdessen vor dem Verwaltungsgericht Hannover gegen eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Das sieht Entschädigungszahlen für Betriebe vor, die schließen müssen, weil der Inhaber an Covid-19 erkrankt ist. Betriebe, die aus anderen pandemiebedingten Gründen eingeschränkt sind, gehen leer aus. Flebbe sieht darin eine „absurde Ungleichbehandlung“. Die Entscheidung des Gerichts stand gestern noch aus.

Nach dem neuerlichen Lockdown der Kinos hofft Flebbe auf eine Wiederöffnung spätestens Mitte Dezember. Dabei wäre es für ihn angesichts der eingeschränkten Platzkapazitäten finanziell sogar attraktiver, wenn der Lockdown bis Jahresende verlängert würde – vorausgesetzt, die angekündigten „Novemberhilfen“ des Bundes fließen. Sie sollen 75 Prozent der Verluste durch den neuen Lockdown ersetzen. „Wir wollen aber so früh wie möglich zeigen, dass wir noch da sind“, sagt Flebbe.

Flebbe: Kinos sind „Bauernopfer“ der Pandemie-Politik

Unter Infektionsgesichtspunkten sei die Schließung von Kulturstätten ohnehin „ein Bauernopfer“: „Bei uns gibt es erwiesenermaßen keine Infektionsgefahr. Wären die Schließungen gerechtfertigt, müssten die Infektionszahlen ja jetzt sinken“, argumentiert der 69-jährige Unternehmer.

Trotz allem glaubt er, dass seine Astor-Filmtheater eine Zukunft haben. „Die Menschen werden sich nach dem ewigen Streamen zuhause nach einem Kinoerlebnis sehnen wie nach einem guten Restaurantbesuch. Hochwertige Kinos haben dann bessere Karten als 08/15-Multiplexsäle, in die lange nicht investiert wurde.“

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