Brautpaar aus Sachsen-Anhalt improvisiert wegen Corona

Mariental.  In der Woche vor der Zeremonie waren die Auflagen für Angelique und Rainer Tschiesche aus Weferlingen ein Hin und Her.

Angelique und Rainer Tschiesche aus Weferlingen mussten für ihre Hochzeitsfeier in kleinstem Rahmen auf das Restaurant "Alte Wache" in Mariental ausweichen. Corona-Auflagen hatten dem eigentlichen Wirtshaus eine Öffnung für die Feier in Flechtingen unmöglich gemacht.

Angelique und Rainer Tschiesche aus Weferlingen mussten für ihre Hochzeitsfeier in kleinstem Rahmen auf das Restaurant "Alte Wache" in Mariental ausweichen. Corona-Auflagen hatten dem eigentlichen Wirtshaus eine Öffnung für die Feier in Flechtingen unmöglich gemacht.

Foto: Privat

So hatten sich Angelique und Rainer Tschiesche aus Weferlingen im benachbarten Sachsen-Anhalt ihren Hochzeitstag nicht vorgestellt: Behördliche Auflagen des Bundeslandes verwarfen die Hochzeitsplanungen des Paares im letzten Moment. Trotzdem stand fest, dass die Hochzeit auf gar keinen Fall verschoben wird. Doch was tun?

Eigentlich war ein Lokal in Flechtingen für das Hochzeitsessen gebucht

Seit 20 Jahren sind Angelique und Rainer ein Paar. Vor einem Jahr entschieden sie sich, zu heiraten. Das Datum war klar: Der 20. Mai 2020. Das Paar plante seine Trauung mit anschließender Feier im großen Rahmen. Ein Lokal in Flechtingen, Sachsen-Anhalt, war gefunden, die Trauung sollte in Oebisfelde stattfinden. Doch dann kam Corona – und mit dem Virus die Krise samt Restriktionen.

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„Unüberschaubar“, nennt Angelique Tschiesche die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlichen Regeln. „Die letzte Woche kamen ständig neue Informationen“, beschreibt Angelique Lage, und fasst zusammen: „Irgendwann wussten wir nicht mehr, was nun geht und was nicht.“

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Die Absage kam Tage vor dem Hochzeitsdatum

Drei Tage vor dem Termin bekam das Paar eine Absage des Wirtes in Flechtingen: „Die Behörde hat ihm verboten, zu öffnen“, erläutert die Braut Angelique Tschiesche. „Ich war geschockt.“ In Sachsen-Anhalt durften die Gaststätten demnach entgegen zunächst anders lautenden Informationen erst seit Freitag wieder öffnen.

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Die Lockerungen in Niedersachsen waren Glück im Unglück für das Paar

Die Hochzeit aufschieben? Das habe nicht zur Debatte gestanden. Rainers Mutter sollte die Hochzeit noch erleben. Am Ende kam es so: Die Trauung war in Oebisfelde und fand durch einen Standesbeamten mit Maske vor Trauzeugen mit sicherer Distanz statt. Anschließend ging es in kleiner Runde in das Restaurant „Alte Wache“ nach Mariental. Das Haus kannten Tschiesches. „Man will die Hochzeit ja nicht in einem vollkommen unbekannten Gasthaus feiern“, sagt Angelique.

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In einem Jahr, zur Baumwollhochzeit, wollen sie groß feiern. Und die Restriktionen, etwa in Sachen Grenzverkehr? Das sei ein glatter Widerspruch in sich, sagt das Paar.

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