Weitere Todesfälle in Pflegeheimen in Königslutter und Helmstedt

Königslutter/Helmstedt.   Nach Corona-Ausbrüchen in zwei Einrichtungen werden weitere Bewohner in anderen Heimen untergebracht. Es gibt auch eine größere Zahl Genesener.

Im Awo-Pflegeheim in Königslutter sind weitere Todesfälle zu beklagen

Im Awo-Pflegeheim in Königslutter sind weitere Todesfälle zu beklagen

Foto: Hans-Jürgen Trommler/regios24 (Archiv)

Mehrere Todesfälle sind seit dem Wochenende in den beiden Awo-Pflegeheimen in Königslutter und Helmstedt seit Ausbruch der Corona-Infektionen hinzugekommen. In Königslutter starb am Sonntag ein 95 Jahre alter Mann mit Corona. Aus Helmstedt sind drei infizierte Bewohner im Krankenhaus gestorben. Damit haben beide Einrichtungen insgesamt jeweils neun Todesfälle zu verzeichnen, seit der zum Teil massiven Ausbreitung von Corona-Infektionen unter Bewohnern und Personal. Die Zahl der infizierten Personen ist zum Teil gestiegen, es sind aber auch einige wieder genesen. So seien aktuell laut dem Awo-Bezirkssprecher Falk Hensel insgesamt 25 Bewohner sowie 15 Mitarbeiter des Helmstedter Heims infiziert.

Zwei Bewohner befänden sich noch im Krankenhaus. „In Helmstedt hat sich das Virus trotz aller Maßnahmen noch im Haus ausgebreitet“, sagte Hensel. Zuletzt lag die Zahl der infizierten Bewohner im niedrigen zweistelligen Bereich, die der Mitarbeiter war einstellig. Eine positive Wende scheint die Entwicklung in Königslutter zu nehmen. Nachdem dort zwischenzeitlich über 60 Senioren positiv getestet worden waren, seien aktuell noch 48 Bewohner infiziert. „Zwölf Einwohner sind wieder genesen“, teilte Falk Hensel mit.

Weitere Bewohner mittlerweile symptomfrei

Weitere würden in dieser Woche voraussichtlich dazu kommen, da sie mittlerweile symptomfrei seien. „Natürlich müssen wir da noch die negativen PCR-Tests abwarten“, machte er deutlich. Von den insgesamt 90 Mitarbeitern aus allen Bereichen seien immer noch 29 infiziert und befänden sich in häuslicher Quarantäne. Demnach haben zwei ihre Infektion überstanden. Um das verbliebene Personal in Königslutter zu entlasten, sollten am Dienstag sechs weitere Bewohner vorübergehend in Awo-Einrichtungen in Braunschweig und Goslar umziehen.

17 waren bereits am Wochenende umgezogen. „Der überwiegende Teil wurde in Braunschweig am Heidberg untergebracht“, teilte der Bezirkssprecher mit. Seit Ausbruch des Infektionsgeschehens im Dezember arbeiteten zusätzlich Honorarkräfte im Heim in Königslutter. Dennoch: „Die Belastung für beide Teams ist immens. Es ist ein sehr erschwertes Arbeiten, und der Druck ist groß. Der Arbeitsalltag ist ohnehin ein anderer, und dazu kommt die psychische Belastung, weil vermehrt Bewohner sterben und niemand jemanden anstecken möchte.

Mitarbeiter weiterhin motiviert

Dieses Geschehen beschäftigt uns alle, das ist nicht so einfach“, machte Hensel deutlich. Dennoch seien die Mitarbeiter weiterhin sehr motiviert und täten alles, um die Infektion in den Griff zu bekommen. „Sie arbeiten zum Teil bis zum Grad der Erschöpfung, weil sie wollen, dass es den Bewohnern gut geht, da sind dann wir als Arbeitgeber in der Fürsorge-Pflicht“, verdeutlichte er. Ein höheres Arbeitsaufkommen hätten auch die Verwaltungsmitarbeiter, die unter anderem auch in engem Kontakt mit den Angehörigen stünden und Fragen beantworteten oder Organisatorisches klärten.

Es sei ein erhöhter Informationsbedarf vorhanden, zumal in beiden Einrichtungen weiterhin Besuchsverbot herrscht. Telefonischer Kontakt zu den Angehörigen sei natürlich weiterhin möglich. Wahrscheinlich ungeklärt bleiben wird die Frage, wie sich das Virus trotz der Vorsichtsmaßnahmen so ausbreiten konnte. Falk Hensel bestätigte, dass sich nach dem eigenen Hygiene- sowie einem Gesundheitsamts-Team ein weiteres externes Team die Arbeitsabläufe in den Häusern angesehen habe. „Sie haben uns ein hervorragendes Hygienekonzept bescheinigt, wir hätten keine weiteren Maßnahmen treffen können. Leider hat es nicht dazu beigetragen, die Infektionen zu vermeiden.“

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