Abitur 2021 – in Helmstedts Gymnasien so normal wie möglich

Helmstedt/Schöningen.  Die drei Gymnasien im Landkreis Helmstedt stehen vor der Herausforderung, Abschlussklassen während Corona auf die Reifeprüfung vorzubereiten.

"Wir sind auf Reihe": Trotz der schweren Umstände: Friedrich Jungenkrüger, Leiter des Bötschenberg-Gymnasiums, ist zuversichtlich, dass die Abiturprüfungen reibungslos über die Bühne gehen.

"Wir sind auf Reihe": Trotz der schweren Umstände: Friedrich Jungenkrüger, Leiter des Bötschenberg-Gymnasiums, ist zuversichtlich, dass die Abiturprüfungen reibungslos über die Bühne gehen.

Foto: (Archiv)

Rund 250 Schülerinnen und Schüler werden dieses Jahr im Landkreis Helmstedt ihr Abitur machen. Ihnen gilt in diesen Tagen eine besondere Aufmerksamkeit, sind sie doch die einzigen in den drei Gymnasien, die das jeweilige Schulgebäude betreten dürfen, um am Präsenz-Unterricht teilzunehmen.

Wie sehr sich die Schulleitungen bemühen, ihren Abschlussklassen den bestmöglichen Unterricht angedeihen zu lassen, ist in unseren Gesprächen mit ihnen deutlich zu spüren – selbst am Telefon.

Server-Problem beim Neustart

Dabei hatte das Gymnasium am Bötschenberg in Helmstedt gleich beim Wieder-Hochfahren des Schulbetriebs massive Server-Probleme. Der Rechner war zunächst überlastet. Ohne IServ, einer in Braunschweig entwickelten Lernplattform, ist es schwierig, die Masse der unteren Jahrgänge zu unterrichten. Im Lauf des Vormittags war dieses Problem aber bald behoben.

Oberstudiendirektor Friedrich Jungenkrüger gibt zu, dass es für sein Kollegium eine extrem hohe Herausforderung sei, den Schulbetrieb so auf die Beine zu stellen, dass die Lernziele für alle Klassen am Ende erreicht werden. Während der 5. und 6. Jahrgang mit digitalen Aufgabenstellungen versorgt werden, sind die iPad-Klassen ab dem 7. Jahrgang im direkten Austausch mit ihren Lehrern technisch im Vorteil.

Abi-Prüfung in der Turnhalle

Was dem Schulleiter bei den Abschlussklassen hilft, ist das große Raumangebot an der Schule. Der 13. Jahrgang ist der einzige Jahrgang, der – abgesehen von der unterrichtsfreien Zeit über den Jahreswechsel – durchgehend im Schulgebäude sein durfte. „Was das Vermitteln von Fachwissen anbelangt, da sind wir auf Reihe“, verspricht Jungenkrüger. Noch bleibt Zeit.

Die schriftlichen Prüfungen beginnen am 19. April. „Dass diese wie schon im Frühjahr 2020 wieder in der Turnhalle geschrieben werden, ist sehr wahrscheinlich“, prognostiziert Thomas Niemietz. Der stellvertretende Schulleiter am Julianum Helmstedt macht keinen Hehl daraus, dass die Rahmenbedingungen, unter denen Schule derzeit funktionieren muss, äußerst schwierig sind. Den individuellen Kontakt mit den Schülern zu halten, gehöre schließlich auch zu den vielen Aufgaben, die neben dem Fachwissen und der Improvisationskunst erforderlich sind.

Genug Platz am Julianum

Immerhin: Das Gymnasium an der Goethestraße bietet ausreichend Platz, so dass die Schule notfalls auch einzelne Kurse räumlich teilen kann – dann allerdings ohne eine zweite Lehrkraft stellen zu können. Das aber sei die Ausnahme. Zudem müsse das Julianum dafür Sorge tragen, dass Räume da sind für Fünft- und Sechstklässler, deren Eltern eine Notbetreuung erfolgreich beantragt haben. Ein weiteres Angebot betrifft das technische Knowhow: Wer Probleme mit der Datenübertragung hat oder sich zu Hause nur schwer auf das Homeschooling einlassen kann, habe die Möglichkeit, das Equipment im Schulgebäude zu nutzen. Das aber soll vorerst die Ausnahme bleiben.

Schöninger Schule gut gerüstet

Auch das Schöninger Gymnasium Anna-Sophianeum sieht sich trotz der verschärften Corona-Regeln für den Schulstart in dieser Woche gut gerüstet. Auf die Frage, ob die Vorgaben von Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne an der Schule umsetzbar sind, antwortet Schulleiter Stefan Krauß mit einem klaren „Ja“. Zwar fehlten der Schule aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 immer noch viele Räume, erklärt Krauß auf Anfrage unserer Zeitung, weshalb ein Erweiterungsbau unbedingt erforderlich bleibe. „Das verdeutlicht auch die Interimslösung der Erstellung von Unterrichtsräumen mittels des Aufbaus von Containern.“

Unterricht nach Stundenplan

Doch da nun bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres grundsätzlich alle Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen I und II mit Ausnahme der Abitur- und Abschlussjahrgänge im Distanzlernen unterrichtet werden, könne das Gymnasium dadurch frei gewordene Raumkapazitäten nutzen. Damit sei es möglich, die Lerngruppen der Abitur- und Abschlussjahrgänge nach Stundenplan, aber in anderen Räumen, die dem Hygienekonzept entsprechen, zu unterrichten.

Mit Blick auf die schriftlichen Abitur-Prüfungen, die ab Mitte April terminiert sind, versichert Krauß: „Wir versuchen, vor allem dem Abiturjahrgang wie auch den entsprechenden Abschlussklassen einen möglichst hohen Anteil an Präsenzunterricht im Wechselverfahren in der Schule zu ermöglichen.“ Erreicht werden solle dies zum Beispiel durch Umschichtung der Raumbelegung innerhalb der Schule – natürlich immer unter Berücksichtigung der geltenden Hygienevorschriften.

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