Zehnjähriger aus Altena sammelt Spenden fürs Kinderhospiz

Altena.  Fast 2900 Euro kommen zusammen. Leonardo Emilian Meyer-Welz ist diese Aktion ein Herzensanliegen. Er ist nominiert für den „Helmstedter des Jahres“.

Zu seinem zehnten Geburtstag sammelte Leonardo Emilian Meyer-Welz Spenden anstelle von Geschenken.

Zu seinem zehnten Geburtstag sammelte Leonardo Emilian Meyer-Welz Spenden anstelle von Geschenken.

Foto: Olivia Meyer-Welz

Statt um Geschenke zu seinem Geburtstag bat Leonardo Emilian Meyer-Welz um Spenden für die Hospizarbeit, gerade denkt er darüber nach, die Wolfsburger Tafel zu unterstützen. An sich durchaus gewöhnlich, doch Leonardo Emilian Meyer-Welz ist erst zehn Jahre alt, und nun ein Kandidat für die Wahl zum „Helmstedter des Jahres“.

Knapp 2900 Euro kamen im Februar anlässlich der von Leo, so wird der Grundschüler aus Altena in der Samtgemeinde Velpke gerufen, initiierten Spendensammelaktion zu seinem zehnten Geburtstag zusammen. Wir hatten im Vorfeld darüber berichtet, zudem warb Leo in sozialen Medien für sein Projekt. Das Geld floss schließlich in die ambulante Arbeit des Wolfsburger Kinderhospizes und den dazugehörigen Treffpunkt „Trostinsel“.

Zehnjähriger mit ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn

„Ich will die Menschen darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, sich zu engagieren“, erklärte Leo seinerzeit seinen Einsatz für die Hospizarbeit. In Berührung mit der Einrichtung, deren oft ehrenamtliche Mitarbeiter Menschen auf den allerletzten Schritten ihres Lebensweges begleiten, kam Leo durch einen an einem Hirntumor erkrankten Freund.

Leo fällt schon in die Kategorie „normaler Schüler“, ist gern mit Freunden zusammen und spielt im Verein Fußball. Doch sein Gerechtigkeitssinn ist schon etwas stärker ausgeprägt als bei vielen Kindern seines Alters. Und Leo hat auch schon mehrfach hautnah erlebt, welch Ungleichheit auf dieser Welt oft herrscht. Leo hat das Leben in Brasilien, China und Südafrika, in diesen Ländern waren seine Eltern beruflich tätig, beobachtet. „Ich habe Kinder gesehen, die kein Zuhause hatten und in Pappkartons lebten oder keine Arme oder Beine hatten“, berichtete Leo.

In Wolfsburg spendete Leo etwas Taschengeld an einen Obdachlosen

All das konnte er erfahren, weil sich seine Mutter in den Gastländern für die Ärmsten eingesetzt hat, Sachspenden verteilte. „Meine Kinder waren immer mit dabei“, erklärte Olivia Meyer-Welz. Und auch Leo verfügt offenbar über einen immer wiederkehrenden inneren Antrieb, sich gegen Ungerechtigkeiten, Ausgrenzungen und Ungleichheiten zu engagieren.

Als Beispiel dafür könnte eine sich kürzlich zugetragene Begebenheit in Wolfsburg dienen. Leo war in Begleitung seiner Mutter unterwegs und traf auf einen Obdachlosen. Sofort zückte Leo seinen Geldbeutel und gab eine kleine Spende.

Daraus hat Leo nun die Idee entwickelt, eine Spendenaktion für die Wolfsburger Tafel ins Leben zu rufen und Sachspenden sammeln. Nach Informationen von Olivia Meyer-Welz sei die Aktion wegen der Corona-Problematik ins Stocken geraten, Leo wolle aber an dem Plan festhalten und für ihn steht ohnehin fest: „Ich mache weiter."

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