Schöninger Elmsburg lädt zum Streifzug durch die Geschichte

Schöningen.  Die Teil-Rekonstruktion der Deutschordenskirche ist abgeschlossen und ein neuer Rundweg verrät die Geheimnisse der vorgeschichtlichen Wallanlage.

Kreisarchäologin Dr. Monika Bernatzky (rechts) und Landrat Gerhard Radeck (vorn links) dankten allen Projektbeteiligten für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Rekonstruktion und touristischen Aufwertung der Elmsburg.

Kreisarchäologin Dr. Monika Bernatzky (rechts) und Landrat Gerhard Radeck (vorn links) dankten allen Projektbeteiligten für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei der Rekonstruktion und touristischen Aufwertung der Elmsburg.

Foto: Markus Brich

Die Teil-Rekonstruktion der ehemaligen Deutschordenskirche in der Schöninger Elmsburg ist nach rund zweieinhalb Jahren vollendet. Kreisarchäologin Dr. Monika Bernatzky, in deren Händen das mit Leader-Fördermitteln finanzierte 150.000-Euro-Projekt lag, dankte am Donnerstag bei einer Besichtigung des neugestalteten Ausflugsortes allen beteiligen Projektpartnern und Unterstützern für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

„Hier ist ein Platz entstanden, der es vermag, uns tief in die Geschichte der Region hineinzuziehen“, freute sich die Archäologin über das neugestaltete und für Touristen deutlich aufgewertete Doppeldenkmal im Elm. Dessen Herzstück ist die Ordenskirche. Ihre über die Jahrhunderte erhaltenen Grundmauern waren in Ausgrabungen wieder vollständig aufgedeckt und anschließend auf bis zu 70 Zentimeter Höhe aufgemauert worden (wir berichteten). Ebenso wurde der Altar in der Apsis auf seinen alten Fundamenten wieder errichtet und an der Westwand eine Klangwand, gefördert von der Hans und Helga Eckensberger Stiftung, installiert.

Rundweg vom Findling „Goldener Hirsch“ bis zu den Hügelgräbern

„Dieser Ort bietet aber noch viele weitere Anknüpfungspunkte an das Leben der Menschen, die weit vor uns hier gelebt haben“, betonte die Kreisarchäologin. So können Besucher nun auf einem Rundgang den deutlich älteren Teil des Denkmals erkunden: Über die Besonderheiten der vorgeschichtlichen Wallanlage, in deren Mitte später die Burganlage hineingebaut wurde, gibt ein ausgeschilderter Rundweg Auskunft. Er reicht vom Findling „Goldener Hirsch“ bis zu den Hügelgräbern aus der Zeit des Übergangs von der späten Steinzeit in die Bronzezeit um 2000 vor Christus.

„Zur Elmsburg haben die Menschen hier in der Region eine so unglaublich tiefe Verbindung, wie ich es noch nie erlebt habe. Das hat dieses Projekt sehr beflügelt“, sagte Bernatzky auch mit Blick auf die Stifterkulisse und die beteiligten Unternehmen. Dazu zählten unter anderem die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Bürgerstiftung Ostfallen samt ihrer Treuhandstiftungen, die Archäologische Arbeitsgemeinschaft des Landkreises sowie die Rottorfer Naturstein GmbH Orendi, das Institut für Geodäsie und Photogrammetrie der TU Braunschweig, die Archäologen der Arcontor Projekt GmbH sowie die Mediendesigner Die Kirstings und nicht zuletzt das Schöninger Stadtmarketing.

Stadt Schöningen übernimmt Verantwortung und Pflege

Die Stadt Schöningen übernimmt nun mit ihrem Bauhof und dem Verkehrsverein die Verantwortung und die Pflege für das Areal. Stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Waldau freute sich, dass die Stadt mit der neugestalteten Elmsburg nun über ein „weiteres lohnendes Ziel“ im touristischen Portfolio verfüge. So sah es auch Landrat Gerhard Radeck: „Das ist eine tolle Sache geworden. Man sieht, wie viel Herzblut Monika Bernatzky hier investiert hat.“ Weitere Infos: www.elmsburg.de

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