Jäger sichtet Wolf am Autobahnkreuz Königslutter

Königslutter/Lehre.  Bereits am Sonntag hat ein Jäger aus Rotenkamp einen Wolf im Bereich des Autobahnkreuzes Wolfsburg/Königslutter gesichtet und gefilmt.

Ein Wolf sitzt im Gehege eines Biotopwildparks. Am Sonntag wurde ein solches Tier am Autobahnkreuz Wolfsburg-Königslutter gesehen.

Ein Wolf sitzt im Gehege eines Biotopwildparks. Am Sonntag wurde ein solches Tier am Autobahnkreuz Wolfsburg-Königslutter gesehen.

Foto: Oliver Berg / dpa

Am Mittwoch erreichte uns eine entsprechende Information. Inzwischen wurde offiziell bestätigt, dass es sich bei dem gesichteten Tier um einen Wolf handelt.

„Ich habe ein entsprechendes Video erhalten und dieses über eine extra für derartige Sichtungen entwickelte Smartphone-App, die übrigens jeder Bürger nutzen kann, an die Wolfsmonitoring-Stelle der Landesjägerschaft in Hannover geschickt“, berichtete Heiko Weber, einer von vier im Landkreis ehrenamtlich tätigen Wolfsberatern.

Video wurde ausgewertet

Die Auswertung des Videos durch Raoul Reding, den Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft, ergab eindeutig, dass es sich bei dem am Sonntag am Autobahnkreuz Wolfsburg/Königslutter gesichteten Tier um einen Wolf handeln muss. „Es ist ein so genannter C1-Nachweis testiert worden. Auch wurde geprüft, ob es sich bei dem auf dem Video sichtbaren Umfeld tatsächlich um den besagten Bereich am Autobahnkreuz handelt“, berichtete auf unsere Anfrage der Flechtorfer Marc Böhles, der ebenfalls im Landkreis als Wolfsberater tätig ist. Es ist nach Aussage von Böhles und Heiko Weber zwar erwartbar, dass sich gelegentlich einzelne Wölfe im Landkreisgebiet aufhalten, die dauerhafte Ansiedlung eines Wolfsrudels halten die beiden Wolfsberater hingegen für nach wie vor unwahrscheinlich.

„Im vergangenen Jahr wurde bei Rennau ein Wolf gesichtet. Ein Rudel wird aber keinen für sich ausreichend großen Lebensraum im Landkreis Helmstedt finden“, betont Heiko Weber.

Wälder im Kreis nicht groß genug

„Waldgebiete wie das Beienroder Holz, der Lappwald, der Dorm oder selbst der Elm sind nicht groß genug“, erklärte Marc Böhles. Der nun im Landkreis gesichtete Wolf könnte aus dem uns nächst gelegenen Rudel nahe Ehra-Lessien oder dem Rudel bei Wesendorf, ebenso wie Ehra-Lessien im Landkreis Gifhorn gelegen, stammen.

Auch im nahen Sachsen-Anhalt, in den Bereichen Colbitz-Letzlinger Heide, Haldensleben und Klötze gibt es Wolfsvorkommen. „Wölfe können pro Tag Strecken von mehr als 50 Kilometer bewältigen. Im Bereich Lehre/Königslutter ist allerdings der Zivilisationsdruck sehr hoch. Das dürfte eine dauerhafte Ansiedlung verhindern, doch ausschließen kann man es nicht. Wölfe sind durchaus anpassungsfähig“, bekräftigte Wolfsberater Marc Böhles.

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