Gemeinderat Beierstedt ist weiter geschrumpft

Beierstedt.  Nur noch vier Mitglieder kümmern sich um die Belange des Dorfes. Dies könnte bei der nächsten Kommunalwahl 2021 zu Problemen führen.

Der Gemeinderat Beierstedt tagte im Corona-Modus im Dorfgemeinschaftshaus.

Der Gemeinderat Beierstedt tagte im Corona-Modus im Dorfgemeinschaftshaus.

Foto: Markus Brich

Da waren es nur noch vier: Wegen ihres Wohnortwechsels musste Jennifer Jatzak aus dem Gemeinderat Beierstedt ausscheiden. Das Gremium, das nun nur noch aus Gemeindebürgermeister Michael Fischer, Doris Bachmann, Kevin Viering und Christian Wiszinski besteht, tagte am Montagabend im Dorfgemeinschaftshaus – erstmals im Corona-Modus mit viel Abstand. Fünf Bürger verfolgten die Sitzung.

Gemeindebürgermeister Michael Fischer nahm die Feststellung des Sitzverlustes zum Anlass für einen dringenden Appell an alle Bürger des rund 400 Einwohner zählenden Dorfes: „Gelingt es uns zur Kommunalwahl 2021 nicht, die sieben Sitze des Rates mit Kandidaten zu füllen, droht uns eine Zeit ohne Gemeinderat. Deshalb bitte ich alle Beierstedter über eine Kandidatur nachzudenken, damit wir wieder mit einer gemeinsamen Liste antreten können.“ Wer Interesse habe, möge sich bei ihm melden.

Jedoch betonte Fischer auch: „Es braucht dafür engagierte Kandidaten, die zu zusätzlicher ehrenamtlicher Arbeit bereit sind. Denn eine Teilung der Aufgaben unter den Ratsmitgliedern und das Arbeiten auf Augenhöhe, egal ob Bürgermeister oder Ratsmitglied, ist für ein funktionierendes Gremium im Sinne der Bürger meines Erachtens unerlässlich.“

Sollte es nicht gelingen, die sieben Kandidaten zu finden, „würden die Aufgaben eines Bürgermeisters an die Samtgemeinde fallen“, sagte Fischer. Eine Übertragung der Ratsaufgaben an benachbarte Gemeinden wie Gevensleben oder Jerxheim sei nur möglich, „wenn zuvor ein amtierender Gemeinderat Beierstedt dies beschließt und auch der andere Gemeinderat bereit dazu ist“. Neuwahlen wären in diesem Fall die Folge.

Samtgemeindebürgermeister Martin Hartmann wies in diesem Zusammenhang auf ein weiteres kommunalrechtliches Problem hin. „Wenn es bereits im Vorfeld der Kommunalwahl 2021 keine sieben Kandidaten für den Rat gibt, ist fraglich, ob es überhaupt zur Wahl kommt.“ Dann stünde aber auch kein Gemeinderat Beierstedt mehr zur Verfügung, der über ein Zusammengehen mit einer anderen Gemeinde beschließen könnte. „Wie es dann weitergeht ist unklar. Wir haben uns bereits erkundigt. So einen Fall scheint es in Niedersachsen noch nicht gegeben zu haben.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärten die vier verbliebenen Beierstedter Gemeinderatsmitglieder, für eine Wiederwahl 2021 zur Verfügung zu stehen. Drei Kandidaten müssen sich also mindestens noch finden.

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