Gartenverein wartet auf Reaktion der Stadt Helmstedt

Helmstedt.  Mit Interesse, aber ohne Informationen verfolgt der Gartenverein Pastorenweg die Pläne für die Ansiedlung eines Autohauses auf seiner Pachtfläche.

Guido Kuschenek und Eva Kohlhoff vom vierköpfigen Vorstand des Gartenvereins Pastorenweg betrachten auf dem Stadtplan die Fläche an der Westumgehung, wo sich ein Autohändler ansiedeln möchte.

Guido Kuschenek und Eva Kohlhoff vom vierköpfigen Vorstand des Gartenvereins Pastorenweg betrachten auf dem Stadtplan die Fläche an der Westumgehung, wo sich ein Autohändler ansiedeln möchte.

Foto: Michael Strohmann / BZV

Wie berichtet, hat sich der städtische Bauausschuss in seiner jüngsten mit dem Wunsch eines Helmstedter Autohändlers beschäftigt, seinen Standort vom Industriegebiet (Otto-Von-Guericke-Straße) hin zur Westumgehung zu verlegen. Die Vertreter aller Fraktionen deuteten an, sich damit anfreunden zu können, den erforderlichen Bebauungsplan aufzustellen. Doch sieht die Politik noch Beratungsbedarf, einen Beschluss gab es daher nicht.

Die anvisierte, etwa 30.000 Quadratmeter große Fläche liegt innerhalb der Westumgehung, genau gegenüber von einer seit längerem schon am Ortsausgang (Braunschweiger Tor) ansässigen Gärtnerei. Das benötigte Areal ist teils in städtischem Grundbesitz, zu einem größeren Teil entfällt es auf Kleingarten-Parzellen des Vereins am Pastorenweg. Der Bericht in den Helmstedter Nachrichten habe für einige Unruhe bei den Mitgliedern gesorgt, sagten die beiden Vorstandsmitglieder Guido Kuschenek und Eva Kohlhoff am Dienstag. „Uns liegen keine offiziellen Informationen der Stadtverwaltung vor, die wir an unsere Mitglieder weiterreichen könnten“, monierte Eva Kohlhoff. Sie wünsche sich eine bessere, vor allem vertrauensvolle Kommunikation.

Was den Vorstand betreffe, sei man den Ansiedlungsplänen gegenüber aufgeschlossen, betonte Kuschenek. „Aber die Mitglieder haben selbstverständlich ein Wörtchen mitzureden und wir müssen sie in letzter Konsequenz darüber abstimmen lassen, ob sie bereit wären, Parzellen abzugeben.“ Aus Sicht des Vorstands, so Eva Kohlhoff, müssten zwei Bedingungen erfüllt sein, damit Flächen an den Investor abgetreten werden. „Die betroffenen Mitglieder müssen entschädigt werden und die Stadt oder der Investor müssten die Abrisskosten übernehmen.“ Kuschenek fügte einen Wunsch hinzu: „Wenn wir den etwa 21.000 Quadratmeter großen Abschnitt I mit etwa 40 Parzellen räumen, dann möchten wir, dass uns auch unser wenig attraktiver Abschnitt II mit sieben Gärten abgenommen wird, von denen nur drei noch belegt sind.“

Auch für ungenutzte Parzellen müsse der Verein Pacht an den Grundeigentümer, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, abführen, sagte Kohlhoff. „Es macht also Sinn, wenn wir uns auf verringerter Fläche konsolidieren.“ Im Abschnitt I seien derzeit etwa 60 Prozent der Parzellen an Mitglieder vermietet. „Wenn wir die Abschnitte I und II abgeben, könnten wir den betroffenen Leuten Ersatzparzellen in den Abschnitten III bis VII anbieten, wo es ebenfalls Leerstände gibt“, legte Kohlhoff dar. Solche Umsiedlungen könnten schmerzhaft sein für die Beteiligten, zumal dann, wenn sie viel Zeit und Liebe in die alte Parzelle gesteckt hätten. „So etwas kann große Traurigkeit auslösen“, meinte Kohlhoff. Aus Sicht des Vereins, der bereits für den Bau der Westumgehung, den Ausbau des Kanalnetzes und den Tierfriedhof Flächen abgegeben habe, mache ein „Schrumpfungsprozess“ mit entsprechender Entschädigung gleichwohl Sinn. „Nur reden müsste man halt miteinander.“

Der Vorstand habe vor Monaten schon den Wunsch der Stadt nach einer schriftlichen Stellungnahme erfüllt. „Seither haben wir auf offizieller Schiene nichts mehr gehört“, berichtete Kohlhoff.

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