Tosender Premieren-Applaus für Laienspielgruppe Ingeleben

Ingeleben.   Die Darsteller überzeugen im Kulturzentrum mit der Boulevardkomödie „Drum prüfe, wer sich ewig scheidet“.

Ein Kunstwerk in weiß, geschaffen von einem nacktmalenden Künstler.

Ein Kunstwerk in weiß, geschaffen von einem nacktmalenden Künstler.

Foto: Melanie Specht

Ein rotes Femme-fatale-Kleid, ein rosafarbener Plüschanzug oder ein Engelskostüm, das im Rückenbereich tief blicken ließ – an kreativen Kostümen schien es der Laienspielgruppe Ingeleben noch nie gemangelt zu haben.

Im Gegenteil. In ihrer aktuellen Inszenierung „Drum prüfe, wer sich ewig scheidet“ von Rolf Sperling ging die sympathische Truppe um Regisseurin Ute Spindler in ihrer Premiere am Samstagnachmittag im Kulturzentrum Ingeleben sogar noch einen Schritt weiter und schickte einen ihrer Darsteller nahezu im Adamskostüm auf die Bühne – sehr zur Erheiterung des Publikums. Nackig geht eben immer.

Doch die Boulevardkomödie auf diese eine Schlüsselszene zu reduzieren, käme Schauspielern und Stück bei weitem nicht gerecht. Mit seinen Überraschungen, Wendungen, Verwechslungen und vor allem aufgrund seiner skurrilen Charaktere garantierte der Dreiakter einen überaus vergnüglichen Nachmittag, an dem Publikum und die Akteure gleichermaßen ihren Spaß hatten. Kurz gesagt, langweilig wurde es auf der Bühne nie.

Zum Inhalt: Dreh und Angelpunkt des Stücks war eine Wohnung, die von einem sich trennenden Ehepaar (Markus Keune und Stefanie Bofinger) veräußert werden sollte. Dummerweise setzten zwei Makler (Maja Bartsch und Florian Germer) zeitgleich ihre Besichtigungstermine an und schauten mit ihren potenziellen Kaufinteressenten (Jens Bandermann und Karin Zander) vorbei, was an sich schon für ordentlich Trubel sorgte.

Als sich dann jedoch auch noch der leicht lispelnde Facility Manager, Rolf Lazarewicz, einmischte, geriet die Lage völlig aus der Kontrolle. Wobei sich der Streit unter den Herren nicht nur um die ausrangierten Playboy-Hefte des Hausherren drehte.

Im Fazit ein rundum gelungenes Schauspiel, in dem nicht nur Jens Bandermann als spleeniger Künstler mit einer Leidenschaft für Heukäse an diesem Nachmittag für Schenkelklopfer sorgte. Tatsächlich schien die Zeit wie im Fluge zu vergehen und es war ein Genuss zu beobachten, wie auf der Bühne die Fetzen flogen und so mancher Teller zu Bruch ging.

Mit tosendem Applaus entließ das Publikum im Kulturzentrum die sichtlich erleichterten und glücklichen Darsteller in ihren wohlverdienten Feierabend.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Laienspielern jedoch nicht. Bereits am Dienstag steht die nächste Aufführung in Ingeleben an, die, wie bereits die Premiere, restlos ausverkauft ist.

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