Trödelmarkt zeigt, was Dinge wert sind

Schöningen.  Erstmals findet die Veranstaltung am Schöninger Elmhaus statt. Im Sinne des Sylter Künstlers Anatol Buchholtz geht es dabei auch um das Thema Verschwendung.

Der erste Trödelmarkt fand am Sonntag am Elmhaus in Schöningen statt.

Der erste Trödelmarkt fand am Sonntag am Elmhaus in Schöningen statt.

Foto: Tanja Reeve

Zum ersten Trödelmarkt am Elmhaus hatte am Sonntag die „Stiftung für bildende Kunst und Baukultur Anatol Buchholtz – FUX“ eingeladen. Auf den Plakaten forderten die Gastgeber Besucher zum „Plaudern, genießen, die Zeit vergessen“ auf. Zahlreich erschienen Gäste und flanierten im und am Elmhaus. Nicht nur Schöninger waren gekommen, auch überregionale Händler, Künstler und Besucher waren dabei. Jung und Alt schauten sich Fingerhüte, Topflappen, Comics mit Sammlerwert und alte Kaffeemühlen an.

Das Elmhaus als Projekt der Stiftung FUX betont ganz wie von selbst das Nebeneinander von Früher und Heute; es zieht sich wie ein roter Faden durch das Tagesgeschäft. Der Ort als solcher strahlt eine herrschaftliche Atmosphäre aus, die an frühere Zeiten, Tanztee und Sonntagsausflüge in der Kindheit erinnert, doch gleichzeitig ist das denkmalgeschützte Haus auch als eine sogenannte „Eventlocation“ zu sehen, in der Geburtstage und Hochzeiten gefeiert werden, aber auch Kunststipendiaten neue Räume schaffen und alternative Kultur zelebriert wird. Grundlage für die Arbeit der Stiftung FUX ist das Wirken des 2011 gestorbenen Sylter Künstlers Anatol Buchholtz, dessen Stiftung in seinem Sinne die Kunst und Baukultur in die Zukunft trägt.

So gehe es bei dem Trödelmarkt nicht nur um das Event an sich, so Hans-Christoph Buchholtz. „In den Siebziger Jahren hat Anatol Buchholtz auf der Sylter Promenade eine Installation aus Müll geschaffen. Der Müll kam aus der Nordsee. Er war schon früh dabei, auf solche Probleme aufmerksam zu machen. Da war ‚Recycling‘ noch kein Begriff“, erzählte der Stiftungsvorsitzende im Gespräch mit unserer Zeitung. Mittlerweile habe die Thematik Umweltschutz natürlich mehr Facetten, die die Stiftung FUX berücksichtige, um so das Wirken Anatol Buchholtz‘ in der Gegenwart zu bewahren. Für Hans-Christoph Buchholtz sei die sogenannte „geplante Obsoleszenz“ ein gegenwärtiges Thema. Einige Druckermodelle werden beispielshalber Medienberichten zu Folge so programmiert, dass sie nach wenigen Jahren kurzerhand ohne Grund nicht mehr funktionieren. Buchholtz beklagt dieses Verhalten der Industrie, das wiederum zu einem gewissen Konsumverhalten der Bevölkerung führe. „Der Trödelmarkt soll dazu führen, Dinge wieder wertzuschätzen. In jedes Produkt sind Lebenszeit und Energie geflossen“, findet der Jurist. Eine Ideologie, so sagt er, habe Anatol Buchholtz aus der Umweltthematik nie gemacht: „Er hat einfach praktisch gehandelt.“

Die Stiftung hat an diesem Sonntagnachmittag das Ziel erreicht, das frühere Wirken des Künstlers Anatol Buchholtz auf die heutige Zeit anzuwenden. Vor und im Elmhaus war es voll. Alte Gebrauchsgegenstände wurden einem neuen Zweck zugeführt und der Treffpunkt Elmhaus weiter etabliert. Künstler zeigten ihr Handwerk, so unter anderem Maja Bartsch mit individueller Porträtmalerei und Dorothea Gronewold mit Baumwurzeln, die auf Leinwänden in Szene gesetzt werden. Matthias Wesche sang und spielte auf der Akustikgitarre alte und neue bekannte Lieder.

Die nächste Veranstaltung im Elmhaus ist das Konzert der Jazzband „Avenue 15“ am 12. August um 17 Uhr. Weitere Informationen gibt es auf elmhaus.de.

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