Messerattacke in Goslarer Schule - Opfer berichtet über Angriff

Braunschweig  Der Angriff kam in der Pause. Die Schülerin muss mit einer Notoperation gerettet werden. Fast acht Monate danach schildert sie ihre Erinnerungen.

Dem jungen Mann wird vorgeworfen, am 19. Februar 2018 im Berufsschulzentrum Goslar-Baßgeige seine damals 18 Jahre alte Ex-Freundin heimtückisch niedergestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt zu haben.

Dem jungen Mann wird vorgeworfen, am 19. Februar 2018 im Berufsschulzentrum Goslar-Baßgeige seine damals 18 Jahre alte Ex-Freundin heimtückisch niedergestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt zu haben.

Foto: dpa

Im Prozess wegen versuchten Mordes in einer Schule in Goslar hat die Ex-Freundin des Angeklagten ihre Erinnerungen an den Tattag vor Gericht geschildert. In der Pause sei der Beschuldigte plötzlich auf sie zugekommen, habe ihre Hand gegriffen und angefangen, auf sie einzustechen, berichtete die 19-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Braunschweig. An viele weitere Details, etwa wie der Angriff endete, konnte sie sich nicht erinnern.

Dem jungen Mann wird vorgeworfen, am 19. Februar 2018 im Berufsschulzentrum Goslar-Baßgeige seine damals 18 Jahre alte Ex-Freundin heimtückisch niedergestochen und sie dabei lebensgefährlich verletzt zu haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft handelte der junge Deutsche aus Rache. Konkreter Anlass seien von der jungen Frau kurz vor der Tat im Internet veröffentlichte Fotos gewesen, die den Angeklagten gekränkt hätten. Die Ex-Freundin wurde damals notoperiert und blieb rund eine Woche im Krankenhaus.

Eine eigentlich für den zweiten Prozesstag angekündigte Erklärung des Beschuldigten gab es ohne Angabe von Gründen am Mittwoch doch nicht. Der Verteidiger kündigte aber an, dass es die Einlassung seines Mandanten zu einem späteren Zeitpunkt des Verfahrens geben werde.

In ihrer Vernehmung als Zeugin berichtete die Schülerin von einer kurzen, aber eigentlich guten Beziehung. Nach der aus ihrer Sicht einvernehmlichen Trennung habe der Angeklagte weiter mit ihr befreundet bleiben wollen und sich später eine erneute Beziehung gewünscht. Was genau die Situation derart eskalieren ließ, blieb bei der Befragung offen. Die 19-Jährige, die als Nebenklägerin in dem Prozess auftritt, konnte sich an viele Details zur Vorgeschichte nicht genau erinnern. Auch bei der Tat selbst sei alles viel zu schnell abgelaufen.

Laut Anklage hatte soll der Ex-Freund vor der Attacke in der Wohnung seiner Mutter zwei Küchenmesser eingesteckt haben. Am frühen Vormittag verließ er demnach seinen Klassenraum, näherte sich schnellen Schrittes in einem Flur der jungen Frau und stach auf sie ein. Der 19-Jährige ließ sich im Schulgebäude widerstandslos festnehmen. Er sitzt seither in Untersuchungshaft. Bei ihm kommt eine Verurteilung nach Jugendstrafrecht in Betracht.

Der Prozess wird mit der Vernehmung von Zeugen und einem Sachverständigen fortgeführt. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte am 9. Oktober gesprochen werden.

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