Der Harz bekommt Tausende Laubbäume statt Fichten

Wernigerode  Rund 670.000 Laubbäume wurden im Nationalpark Harz im vergangenen Jahr gepflanzt. So soll die Monokultur aufgebrochen werden.

Der Nationalpark Harz bei Altenau.

Der Nationalpark Harz bei Altenau.

Foto: Silas Stein/dpa

Vielfalt statt Monotonie: Im Nationalpark Harz sind für die Waldentwicklung im vergangenen Jahr rund 670 000 Laubbäume gepflanzt worden. Das waren rund 80 000 Mini-Bäume mehr als 2016, sagte Parksprecher Friedhart Knolle der Deutschen Presse-Agentur. In die Erde kommen vor allem Buchen, aber auch Bergahorn, Esche, Aspe und einige Sträucher.

Erstmals wurden im Herbst 2017 Containerpflanzen eingebracht. Das Buchen-Saatgut war 2016 im Nationalpark-Revier Scharfenstein geerntet und die Setzlinge in einer Baumschule in Spezialtöpfen großgezogen worden. Der Vorteil: Die Pflanzzeit verlängert sich von September bis Mai. Weil die Jungbäume nicht „wurzelnackt“ sind, sondern in einem Erdballen stecken, würden sie auch bei widrigen Bodenverhältnissen und schlechtem Wetter gut anwachsen. Gepflanzt werde grundsätzlich bis auf etwa 800 Höhenmeter. „Dann verzichten wir, weil dann die Zone der natürlichen Fichten-Bergwälder beginnt“, sagte Knolle.

Hauptbaumart in dem Großschutzgebiet in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wäre die Rotbuche. „Zwei Drittel der Fläche wären potenzielle Laubbaumstandorte“, sagte Knolle. Aktuell stehe aber nur auf etwa 18 Prozent der Fläche Laubwald. Der Grund: Die mehr als 3000-jährige Bergbaugeschichte im Harz schlägt sich noch heute in strukturarmen, monotonen Fichtenwäldern nieder, in denen sich gern der Borkenkäfer tummelt. 2017 habe der Befall des Fichtenborkenkäfers zugenommen.

Der länderübergreifende Nationalpark Harz ist 24 740 Hektar groß. Die aktuelle Gebietsgliederung weise 60,3 Prozent (14 932 Hektar) Naturdynamikzone, 38,5 Prozent (9515) Naturentwicklungszone und 1,2 Prozent (293) Nutzungszone aus. In der Naturdynamikzone werde die Natur sich selbst überlassen. Der Mensch greift nicht ein. „Bis mindestens 2022 bleibt die Waldentwicklung eine Kernaufgabe“, so Knolle. Dann soll der Waldwildnis-Anteil bei 75 Prozent liegen.

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