Zukunft für den Kastanienhof in Wasbüttel

Wasbüttel.  Marcel Kramer und Sina Geppert wollen das Haus (Baujahr 1853) kaufen, sanieren und ausbauen. Es wird ein Wohn-und Geschäftshaus.

Marcel Kramer (links) und Sina Geppert wollen den Kastanienhof kaufen und sanieren. Bürgermeister Hartmut Jonas sichert seine Unterstützung zu.

Marcel Kramer (links) und Sina Geppert wollen den Kastanienhof kaufen und sanieren. Bürgermeister Hartmut Jonas sichert seine Unterstützung zu.

Foto: Daniela Burucker / BZV

Für die von der Abrissbirne bedrohte ehemalige Gastwirtschaft Kastanienhof zeichnet sich eine Zukunft ab. Mit Marcel Kramer und Sina Geppert haben sich Investoren gefunden, die das ortsprägende Gebäude kaufen und für rund 1,2 Millionen Euro kernsanieren möchten. Neben bezahlbaren Wohnungen soll dort ein Domizil für ihre Firma Black Palm entstehen.

Einen Vorvertrag mit der Samtgemeinde, für den Erwerb der Immobilie, hat das Paar bereits in der Tasche. Beginnend mit Dach und Hauptgebäude wollen sie das 1853 errichtete Gebäude Stück für Stück sanieren und dabei etwa 1,2 Millionen Euro investieren. Im Hauptgebäude sollen fünf und im Nebentrakt drei barrierefreie Wohnungen mit Gartenanteil entstehen.

Den ehemaligen Saal will das Investorenpaar an seine Firma vermieten. Er soll die Verkaufs- und Lagerräume, den Onlineshop sowie Räumlichkeiten für Rum-Tastings beherbergen. „Ein weitere Überlegung ist, die Brennerei nach Wasbüttel zu verlegen“, erklärte Kramer. Eine Ankündigung, die Bürgermeister Hartmut Jonas auf Gewerbesteuereinnahmen hoffen lässt. „Politik und Verwaltung werden das gesamte Projekt nach Kräften unterstützen“, erklärte er.

Damit die Pläne des Paares umgesetzt werden können, muss der Bebauungsplan geändert werden. „Sobald die Pläne des Architekten vorliegen, wird der Rat darüber befinden“, versicherte Jonas. Im nächsten Schritt soll der Kaufvertrag unterzeichnet und der Bauantrag eingereicht werden. Läuft alles nach Plan, sollen die Arbeiten im zweiten Quartal 2021 beginnen.

Gedankliche Geburtsstunde des Ganzen war der Weihnachtsmarkt 2019. „Als ich den Bürgermeister ansprach, ob es freie Lagerräumen gibt, bot er mir den Kastanienhof an“, berichtete Kramer, der seit fünf Jahren mit seiner Familie im Ort lebt und 2018 das Unternehmen gründete, mit dem er den eigenen Rum vertreibt.

Auch der Verein Kastanienhof, der eigens zur Erhaltung des Gebäudes gegründet wurde, begrüßt die Pläne. Mit dem, in ihrem Auftrag erstellten Gutachten, das zu dem Ergebnis kam, dass das Anwesen größtenteils erhaltenswert sei, hatten die engagierten Bürger eine entscheidende Vorarbeit geleistet. „Mit dem Konzept, das uns vorgestellt wurde, können ganz gut leben“, erklärte Vereins-Vize Andreas Trusch. „Das die Bausubstanz erhalten bleibt, war eines unserer zentralen Anliegen.“

Dass ist auch eine Voraussetzung, um für die Sanierung Fördertöpfe anzapfen zu können. „Wir hoffen, dass wir die Komplettsanierung Ende 2022 abschließen können“, erklärte der 33-jährige Investor.

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