Isenbüttel will in Sachen Zugpfeifen auf Ministerium warten

Isenbüttel.  Der Bauausschuss der Gemeinde Isenbüttel plädierte dafür, die Reaktion auf den Bauantrag eines Übergangs zu warten.

Rund 35 Zuschauer diskutierten in einer Pause mit den Mitgliedern des Bauausschusses.

Rund 35 Zuschauer diskutierten in einer Pause mit den Mitgliedern des Bauausschusses.

Foto: Reiner Silberstein / BZV

Da saß am Mittwochabend gefühlt der halbe Försterkamp vor den Mitgliedern des Isenbütteler Gemeinde-Bauausschuss – und wollte wissen, wie es jetzt weitergeht mit dem – beziehungsweise gegen das – Zugpfeifen am Bahnübergang Triftweg. Die ernüchternde Antwort: Erst einmal gar nicht.

Abwarten heißt die Devise, und zwar auf die Reaktion des Bundesverkehrsministeriums auf den Antrag eines höhengleichen Bahnübergangs für die geplante Entlastungsstraße zum Reuteranger. Da herrschte Einstimmigkeit für einen der vier Verwaltungsvorschläge.

„Ich kann die Bürgerinitiative verstehen“, sagte Willi Ladwig (Grüne), „aber wir können im Augenblick nichts machen.“ Bürgermeisterin Tanja Caesar: „Man merkt den Unmut, der euch umtreibt.“ Die Lösung sei „umfangreich, aber nicht einfach“, versuchte der Ausschussvorsitzende Axel Lackmann (SPD) um Verständnis zu werben, „wir brauchen eine rechtssichere Lösung.“

Das wäre auch die immer wieder diskutierte Hecktor-Lösung, bei der die Anlieger der nördlich von der Bahn gelegenen Grundstücke die Berechtigung von der Bahn bekämen, eine Schranke zu öffnen. Für andere bliebe der Triftweg verschlossen, der Signalton der Züge entfiele. Es gibt nur ein Problem, wie Ernst Glas (IWG) ansprach: „Der Nutzerkreis ist viel zu groß!“ 35 Anlieger habe Henning Müller (CDU, selbst Landwirt) gezählt, die Bahn macht nur Verträge mit maximal 10. Ohnehin dauere den Landwirten die Phase zu lange, bis das Tor freigegeben würde.

Gemeindedirektor Klaus Rautenbach machte noch einmal klar: „Es geht nicht um die aktuellen Nutzer, die können sich schnell ändern, sondern um die Grundstückseigentümer. Davon gibt es viele.“ Also bleibe nur die Entlastungsstraße als Lösung (Ernst Glas) – als Erlösung.

Dieses Ergebnis brachte die rund 35 Zuhörer in Rage: „Ist der Gemeinde die Gesundheit der Bürger völlig egal?“, fragte ein Mann, „wie viele Unfälle mit Todesfolge wollen wir noch riskieren?“, ein anderer. „Was wird den Landwirten abverlangt im Vergleich zur Belastung für die Bürger?“, fragte Hans-Jürgen Bach von der Initiative – und erntete Beifall dafür. Eine Frage wurde dreimal gestellt, aber nie beantwortet: „Was spricht dagegen, dass ein Teil der Nutzer über die Königsberger Straße fahren?“ Das wäre nur für die möglich, deren Fahrzeuge die Bahnunterführung passieren können, und es müssten die Poller zum Triftweg entfernt werden.

Bei den Ausschussmitgliedern stand aber auch eine ganz andere Frage im Raum: Bekommt Isenbüttel überhaupt irgendwann einen teuren Bahnübergang, wenn sich die Gemeinde erst einmal mit dem günstigen Hecktor zufrieden gegeben hat? Detlef Lehner: „Und ich werde nicht gegen etwas stimmen, was die Straße infrage stellt. Noch nicht jedenfalls.“

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