Gifhorn. Die neue Verkehrsregelung hat 2024 vor dem Humboldt-Gymnasium Premiere. So ändern sich die Spielregeln auf Fahrbahn und Nebenanlagen.

Gifhorn bekommt seine erste Fahrradstraße. Nach dem Ausbau der Fritz-Reuter-Straße am Humboldt-Gymnasium für 940.000 Euro ab Frühjahr 2024 gehört die Verbindung zwischen Celler Straße und Kirchweg durch ein neues Verkehrsschild ganz den Radfahrern. Fußhänger bleiben auf den verbreiterten Gehwegen. Und Autos? „Bleiben erlaubt“, erklärt Stadtbaurat Oliver Bley.

Wie in der bisherigen Tempo-30-Zone gelten Rechts-vor-links und das unveränderte Tempolimit. Aber: Radfahrer haben immer Vorrang, selbst wenn sie nebeneinander fahren, was anderswo nicht erlaubt ist. Autofahrer müssen aufpassen und Rücksicht nehmen. Mit der Schule ist das abgestimmt.

Was die Flächenaufteilung angeht, unterscheidet sich Gifhorns erste Fahrradstraße nicht von normalen Straßen. Sie bekommt Bordsteine, Gossen, einen breiteren Gehweg, Pflanzinseln, neue Laternen und sogar Parkplätze in Parkbuchten und markierten Stellflächen. Den entscheidenden Unterschied machen die Regeln, an die auch mehrere Piktogramme auf dem Asphalt mit dem Verkehrszeichen erinnern sollen. Neben den Parkbuchten sind Sicherheitsstreifen markiert, damit Biker nicht gegen unerwartet geöffnete Autotüren knallen.

Fahrradstraßen auch auf unveränderten Bestandsstrecken

In weiteren Schritten erwägt die Stadt nach dem Auftakt, Fahrradstraßen auch auf unveränderten Bestandsstrecken auszuweisen, beispielsweise in der Verlängerung der Reuter-Straße nach Norden via Ährenweg und der Gamsener Straße am Sportplatz. Für das Radverkehrskonzept hatten Planer Haupt und Vorrangstrecken ermittelt, die die Radler stadtweit bevorzugen. Die Grünen hatten unlängst eine Fahrradstraße auf der Hauptverkehrsachse Konrad-Adenauer-Straße ins Spiel gebracht.

Premiere allerdings ist nun auf einer Nebenstraße, wo sich der Verkehr in Grenzen hält, wenn nicht gerade Schulbeginn oder Unterrichtsschluss ist, wo aber zugleich überdurchschnittlich viele Schüler als Radfahrer unterwegs sind. Die Gelegenheit war auch deswegen günstig, weil dort die Abwasserrohre dringend saniert werden müssen und die in die Jahre gekommene Straße nicht mehr reparaturfähig ist. „Desolat“ wie sie sei, müsse sie ohnehin grundsaniert werden, sagt Tiefbau-Chefin Astrid Behrens.

Baustelle ist nicht ohne: Dicke Rohre in vier Metern Tiefe

Alle Details zu Pflastersteinen, Maßen, Farben und Aufteilung des Straßenraums erklärt die Stadt bei einer öffentlichen Bürgerversammlung am Donnerstag, 30. November, von 18 Uhr an im Rathaus. Anlieger werden persönlich eingeladen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Themas Fahrradstraße können aber alle interessierten Bürger dazukommen.

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Im Untergrund tut sich einiges, wie Stadtbaurat Bley verriet. In der Reuter-Straße liegen vergleichsweise dicke Rohre in beachtlicher Tiefe von rund vier Metern. Weitere Versorgungsträger nutzen die Gelegenheit und sanieren ihre Leitungen für Wasser, Strom, Gas und Telekommunikation gleich mit.