Bürgermeister Arms dankt 2021 in der Sassenburg ab

Westerbeck.  Der Sozialdemokrat will nicht erneut zur Direktwahl antreten. Mit 55 Jahren strebt er zu neuen beruflichen Optionen.

Sassenburgs Bürgermeister Volker Arms stellt sich 2021 nicht zur Wiederwahl. Die SPD muss einen neuen Kandidaten suchen.

Sassenburgs Bürgermeister Volker Arms stellt sich 2021 nicht zur Wiederwahl. Die SPD muss einen neuen Kandidaten suchen.

Foto: Christian Franz

Sassenburgs hauptamtlicher Bürgermeister Volker Arms stellt sich 2021 nicht erneut der Direktwahl. Der 55-Jährige überraschte am Freitag die Westerbecker Rathaus-Belegschaft mit einer persönlichen Erklärung. Der SPD-Ortsverein um den Vorsitzenden Thomas Klopsch muss sich nun auf die Suche nach einem erfolgversprechenden Kandidaten machen: „Oder nach einer Nachfolgerin“, so Klopsch.

Arms zog am Freitag ein Jahr vor Ablauf seiner dann 15-jährigen Amtszeit eine Erfolgsbilanz seiner Tätigkeit und kündigte an, sich „nicht nur vage“ in Richtung einer neuen Position zu orientieren. Gefragt, ob er für die SPD als Landratskandidat antreten wolle, verwies der Neubokeler auf seine Mitarbeit in der Findungsgruppe des Unterbezirks: „Da wird es bald eine Mitteilung geben“, formulierte Arms kein ausdrückliches Dementi.

Länger als Arms amtierte bislang kein Sassenburg-Bürgermeister

Seine Entscheidung begründete Arms mit seiner Biografie: Als bislang am längsten amtierender Bürgermeister der Sassenburg sei nunmehr der Zeitpunkt, entweder bis zum Ende der beruflichen Laufbahn die Geschicke der Gemeinde zu steuern oder sich beruflich neu zu orientieren. „Ich gehe schon davon aus, dass ich die Wahl gewinnen würde. Aber wird es dann mehr Routine als Aufbruchstimmung?“, fragte sich Arms unter Verweis auf die bisherige Sassenburger Entwicklung seit seinem Amtsantritt 2006. „Wir haben die Sassenburg aus dem Dornröschenschlaf geweckt.“ Es gebe immer mehr Menschen, „die total gern hier wohnen möchten“.

Viel erreicht: IGS, Kinderbetreuung, neue Baugebiete

Größter politischer Erfolg sei die Ansiedlung der kreisweit ersten Integrierten Gesamtschule gewesen. Die Gemeinde sei zudem bei nahezu unverändertem Schuldenstand auf mehr als 12.000 Einwohner angewachsen und die Infrastruktur habe mitgehalten. Das Drei-Säulen-Modell sichere die gemeinsame Versorgung der Dörfer Dannenbüttel und Westerbeck, Grußendorf und Stüde sowie Triangel und Neudorf-Platendorf mit kurzen Wegen für Kinderbetreuung, Schule, Einkauf und Ärzte. Für alle Familien gebe es genug Kindergarten- und Krippenplätze.

Sassenburgs SPD-Chef Thomas Klopsch machte denn auch klar: „Es hätte uns gefreut, wenn Volker Arms an Bord geblieben wäre.“ Er gehe souverän mit dem 24-Millionen-Euro-Etat der Kommune um und sei für die rund hunderte Beschäftigten der Gemeinde ein zugänglicher Chef.

Aufgaben werde auch ein Nachfolger noch genug auf der Agenda haben, so Klopsch: „Die Bewältigung der Pandemie, der Rathaus-Neubau, die Dorferneuerung in Grußendorf, neue Wohnformen für Senioren, eine Lösung für das umstrittene Dauerwohnen am Stüder Bernsteinsee.“

Zermürbte der politische Dauerstreit mit der BIG?

Arms machte deutlich, dass er sich bis Herbst 2021 nicht als sprichwörtliche „lame duck“ sehe. Begonnene Projekte würden stringent fortgeführt. Allerdings wolle er einen Nachfolger nicht unnötig festlegen: „Wir werden überlegen, was wir jetzt noch neu anstoßen.“

Gefragt, ob die politische Dauerfehde mit dem kritischen BIG-Fraktionschef Andreas Kautzsch bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt habe, sagte Arms: „Er ist natürlich ein Störenfried. Aber in der Sache hat die Gemeinde ihre Linie nicht verlassen. Da würde er überbewertet werden.“

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