Fridays-For-Future-Demonstranten gehen mit Maske auf Distanz

Gifhorn.  Rund 130 Teilnehmer gingen nach der Corona-bedingten Zwangspause in Gifhorn auf die Straße.

Rund 130 Menschen waren am 25. September bei der Fridays-For-Future-Demo in Gifhorn unterwegs.

Rund 130 Menschen waren am 25. September bei der Fridays-For-Future-Demo in Gifhorn unterwegs.

Foto: Reiner Silberstein / BZV

Die Fridays-For-Future-Demos sind zurück in Gifhorn: Am Freitag gingen nach einer etwa achtmonatigen Pause wieder rund 130 Menschen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu demonstrieren.

Der Start war wie üblich mittags am Schillerplatz. Und die Besonderheit fiel gleich ins Auge: „Wir halten jetzt Abstand und tragen Masken“, erklärte Mitorganisator und Pressesprecher der Gifhorner Ortsgruppe, Philip Knotz. Auf dem Platz waren im Abstand von zwei Metern Bodenmarkierungen angebracht für die Stehplätze der Demonstranten – und alle hielten sich an die Regeln.

130 Teilnehmer aus dem Corona-Schlaf geweckt

Auch unterwegs beim Marsch über Aller-Straße, Hindenburg-Straße und Konrad-Adenauer-Straße bis zum Marktplatz gingen die Teilnehmer auf Distanz. „Mit dem Hygiene-Konzept fühlen wir uns sicher“, so Knotz. Dafür seien die Vorbereitungen diesmal umfangreicher gewesen. „Wir sind gespannt, wie viele sich aus dem Corona-Schlaf wecken lassen.“ 130 war keine Rekordzahl, aber ein guter Neuanfang – in einer Zeit, in der an den Schulen viele Arbeiten und Klausuren geschrieben werden. Die Altersgruppen waren bunt gemischt.

"Fridays For Future"-Demo in Gifhorn
Fridays For Future -Demo in Gifhorn

Inhaltlich knüpften die Redner an den vergangenen Winter an. Solveig Böhme aus Gifhorn sagte am Mikrofon: „Mit Wut kommen wir nicht weiter, sondern mit Argumenten. Aber inzwischen frage ich mich: Wie viele brauchen wir noch? Wie viel Grad mehr sollen es noch mehr werden?“

Landtagsabgeordnete Imke Byl auf der Rednerbühne

Die Landtagsabgeordnete Imke Byl (Bündnis 90/Die Grünen) sprach auf der Bühne auf dem Marktplatz zum Thema Energiewende: „Ich bin sehr, sehr oft frustriert. Lange bevor wir geboren wurden, war bekannt, was das Verbrennen von Kohle und Gas unserem Klima antut. Und trotzdem: Es wurde weitergemacht. Es ging ja nur um unsere Zukunft. Aber die ist jetzt!“ Das Weltklima steuere auf drei bis fünf Grad Erderwärmung zu. Aber die Klimakrise habe einen großen Vorteil gegenüber der Corona-Krise: „Wir kennen den Impfstoff bereits. Wir haben das Wissen und wir haben die Technik.“

Landwirt Martin Rautenberg aus Müden ermutigte die Anwesenden, sich dem Volksbegehren „Artenvielfalt jetzt!“ anzuschließen. „75 Prozent der gesamten Insektenmasse ist seit 1990 verschwunden. Das ist gerade mal 30 Jahre her. Heute fährst du von Hamburg nach München und hast keine Insekten mehr auf der Windschutzscheibe!“

Onboarding-Termine für neue Teilnehmer

Die Fridays-Aktionen sollen wieder mehr und größer werden. Fürs Mitmachen kündigte Knotz zwei „Onboarding-Termine“ an: Montag und Donnerstag, 17.30 Uhr, im Büro des Grünen-Kreisverbands in Gifhorn.

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